From Angeln

Fliegenfischen an der Fuscher Ache

Ich stelle mich beim Fischen nicht sonderlich geschickt an. Versenkte Köder, ineffiziente Knoten und verhedderte Angelschnüre gehören bei mir zu den Klassikern. Dazu kommen noch eine deprimierende Fangquoten und einen Sohn, der es nicht versteht, wie man einem Hobby mit so viel Elan und so wenig Ehrgeiz nachgehen kann. Dabei finde ich es besonders entspannend, wenn ich Mal etwas machen darf, das nicht ergebnisorientiert ist. In meiner Freizeit leiste ich mir diesen Luxus. Beim Angeln ist es mir bisher um die Sache an sich und nicht um den Erfolg gegangen. Natürlich freue ich mich, wenn ein Fisch anbeisst. Aber wenn…

Sturm am Murtensee

Ein Royal-Enfield-Angel-Trip in die Westschweiz Wieviel Wind braucht es, um einen Motorradhelm ins Wasser zu wehen? Die Frage geht mir nur kurz durch den Kopf, dann renne ich meinem nagelneuen Shoei hinterher. Von einer orkanartigen Böe gepackt, rollt der über den Boden. In der einen Hand halte ich die ausgeworfene Angel, die sich im Wind biegt. In der anderen meine Tasche. Den Helm habe ich nach ein paar Schritten eingeholt und kauere mich über ihn. Es hätte mich sehr geärgert, wenn der gute Kopfschutz in den Fluten Murtensee untergegangen wäre. Ich befinde mich auf einem Steg für Kursschiffe. Das Wasser…

Der Lenz, das Industriegebiet und die Forellen

Lenzburg, Februar 2019 Was hat die Burg mit dem Lenz zu tun und was die Schlange mit dem Bach? Und warum gibt es so wenig Forellen in dem alten Lenzburger Industriegebiet? Den Namen Lenzburg assoziiere ich mit Frühling. Die so benannte Burg und die gleichnamige Stadt haben aber nichts mit dieser Jahreszeit zu tun. Die Bezeichnung geht wahrscheinlich auf den Aabach zurück, einem kleinen Gewässer, das durch die Stadt Lenzburg fließt und den Hallwilersee mit der Aare verbindet. Dieser Aabach wurde von den alten Kelten Lenta genannt. Die glaubten, dass die Bäche und Flüsse mit Dämonen bevölkert sind und den…

Ein toller Hecht

Finnland im Sommer 2018 Gemeint ist der Fisch und nicht ich. Das möchte gleich zu Anfang klarstellen. Mit einem «tollen Hecht» bezeichnet man in der Regel einen erfolgreichen Kerl, der seine Ziele mit Durchsetzungsvermögen und Charme erreicht. (1) Manchmal wird die Redewendung aber auch spöttisch verwendet. Ob bewundernd oder spöttisch, seit dem 18. Jahrhundert werden Draufgänger «tolle Hechte» genannt. Das war nicht immer so. 1350 war die Bezeichnung Hecht noch sehr negativ belegt. So schreibt zu dieser Zeit der bayerische Naturforscher und Theologe Konrad von Megenburg: „Unter dem Hecht verstehe ich alle Wüteriche, die die armen Leute fressen und auch…