By Thomas Koch

Benzinbad bei AVIA

In all den Jahrzehnten, die ich mit dem Motorrad unterwegs bin, habe ich schon an vielen Orten getankt. Von London bis Jakarta und von Tanger bis Istanbul war das meist ein problemloser Vorgang. Na ja, bis auf zwei Mal. Bei dem einen Tankstellenbesuch wäre ich um ein Haar ertrunken und bei dem anderen habe ich ein unfreiwilliges Benzinbad genommen. Das mit dem Ertrinken war in Marokko. Der Regen im hohen Atlas kann dort sehr tückisch sein, vor allem wenn der Boden so knochentrocken ist, dass er keine grossen Mengen an Flüssigkeit aufnehmen kann. Ist das der Fall fliessen die Wassermassen…

Royal-Enfield-Herbst-Tour

Etappe 7: Zur Ökospassbremse werden – Greta-Thunberberg-Meme – Omas, Umweltsäue & schwanzlose Lurche „Nur weil ich Greta-Thunberg-Meme nicht lustig finde, bin ich noch lange keine Ökospassbremse!“ Ärger liegt in meiner Stimme, denn genau dieser Verdacht entsteht gerade und es gelingt mir nicht ihn zu entkräften. Meine Frau nickt mir mitfühlend zu. Wir befinden uns an der ligurischen Küste und spazieren am Strand von Savona. Virtuell agiere ich mit meinem iPhone in einer ganz anderen Gegend. Dort bin ich in der Motorrad-Facebook-Gruppe der Royal Enfield Buddys unterwegs. Während sich im digitalen Raum die Situation zuspitzt, ziehen in der analogen Welt dramatische…

Royal-Enfield-Herbst-Tour

Etappe 6: Die schöne Nackte vom Campingplatz – Fifty shades of green – Blümchensex und das Sado-Maso-Missverständnis Der überdimensionale Hintern ist eine ikonographische Aufforderung zur Fortpflanzung. Mit halb offenem Mund sehe ich auf diese schöne, nackte Frau und ihre sekundären Geschlechtsmerkmale geben mir ein Versprechen, dass nicht gehalten werden kann. Nicht hier in dieser Gegend. In gespielter Besorgnis fragt mich meine Frau: „Sabberst du?“ Ich entgegne ihr, dass ich erschüttert bin. Und enttäuscht – zutiefst enttäuscht. „Weil ich nicht solche Möpse habe?“ fragt meine Frau weiter. Dabei legt sie eine gute Portion Verzweiflung in ihren Blick. Als Komödiantin hat sie…

Royal-Enfield-Herbst-Tour

Etappe 5: Der Kampf gegen meine Dämonen, Regen und Kälte, der Chauvinist vom Gardasee hat Glück Angst kriecht in mir hoch und kleine Schweissperlen treten auf meine Stirn. Trotz der Kälte wird mir heiss. Unsere Motorräder stehen abfahrbereit im Unterstand. Draussen regnet es Bindfäden. „Dann nehmen wir die Brennerautobahn?“ Meine Frau schaut mich in Erwartungen einer Antwort an. Alles in mir sagt nein, trotzdem stimme ich zu. Ursprünglich wollten wir über den Grossglockner nach Italien fahren. Aber die Hochalpenstrasse ist wegen der schlechten Witterung gesperrt. Nun ist die Brennerautobahn der beste Weg, um dem Mistwetter zu entfliehen. Aber ich hasse…

Royal-Enfield-Herbst-Tour

Etappe 4: Gut dass wir keine Jäger und Sammler sind, God Save the Queen und der Fischer von der traurigen Gestalt Am Morgen war ich angeln und habe nichts gefangen. Die Forellen hatten nach allem geschnappt nur nicht nach meinem Köder. Jetzt sitze ich in der Gaststube des Zacherlbräu und versuche meine frustrierende Erfolglosigkeit bei einem reichhaltigen Frühstück zu verdrängen. Es gelingt mir nicht so ganz. Irgendwie wirke ich wie ein geschlagener Hund. Meine Gattin hingegen macht einen aufgeräumten Eindruck. Sie unterhält sich mit dem Paar, dass am Nachbartisch sitzt.  Die beiden sind Angler und dieser Umstand bringt sie ins…

Royal-Enfield-Herbst-Tour

Etappe 3: Die Amputation des Grosszehs, orientierungslos ins Zillertal und ein schlüpfriges Lied zum Abendessen Der Zacherlbräu in Bruck ist das Ziel. Österreichische Küche vom Feinsten, ein gediegenes Ambiente und die Freuden des Fischens erwarten uns. Das alles will aber erst einmal mit einer zünftig Motorradtour verdient werden. Unter Schmerzen verdient, denn mein rechter dicker Zeh macht mir das Leben zur Hölle. In Bruck werde ich meine Frau drauf schauen lassen – Ehrenwort. Ich fahre nach den Anweisungen der freundlichen Dame von der Apple Karten-App. Dabei gebe ich wirklich mein Bestes. Trotzdem verfahre ich mich. Anscheinend habe ich Mühe, den…

Royal-Enfield-Herbst-Tour

Etappe 2: Die Geisterstadt, keine mumifizierte Mutter im Schaukelstuhl und ein guzzifahrender Schosshund Eine Geisterstadt ist das Ziel dieser Etappe. Ein verlassener Ort mitten in einer vom Wintersport zerstörten Berglandschaft. Aber das Ziel ist noch weit und die Landschaft, durch die ich gerade fahre, ist schön. Zuerst geht es über den Albis nach Rapperswil. Ich geniesse die frühherbstliche Stimmung. In den Blättern ist schon ein leichtes Gelb zu sehen. Gelegentlich leuchtet am Horizont das Rücklicht meiner Frau, ansonsten bin ich auf der Strasse alleine unterwegs. Auch das geniesse ich. Bei Kapplen muss ich an den Zwingli-Film denken, der dieses Jahr…

Royal-Enfield-Herbst-Tour

Etappe 1: Ein Unfall, Zwei Frauen und ein überforderter Mann Die Motorradtour beginnt mit einem Unfall – so ein Mist. Bevor es richtig los geht, muss ich noch zu einem Meeting. Dies bedeutet ca. 1 Stunde Fahrzeit. Von dort soll es dann ab in die Ferien gehen. Zum Meeting will ich also mit einer reisefertig gepackten Maschine. Ich bin schon spät dran und meine Gedanken sind nicht da, wo sie sein sollten, nämlich bei dem, was ich gerade mache. Ich bin im Geiste schon bei dem Treffen, bei dem ich gleich auch physisch anwesend sein soll. Gekleidet bin ich unangemessen.…

Krach nervt, vor allem der der Anderen

Ein Kommentar zu Gypsy Chimps Blogbeitrag „Krach rettet Leben“ Ja, ich muss Gypsy Chimp recht geben: Krach kann Leben retten und kein Krach kann Leben gefährden. Krach warnt uns vor herannahenden Fahrzeugen, wenn die denn laut genug sind. Gypsy Chimp schreibt uns das, weil er um ein Haar von einem dieser leisen Elektroautos überrollt worden wäre. Das ist mir mit einem Elektromotorrad auch Mal so ergangen. Ich kann also gut verstehen, wenn Gypsy Chimp laut knatternde Verbrennungsmotoren als Sicherheitsrelevant einstuft. Allerdings ist er ein leidenschaftlicher Motorradfahrer und stolzer Besitzer einer lärmenden Royal Enfield. Beide Eigenschaften zeigen, dass er eine gewisse…

Fliegenfischen an der Fuscher Ache

Ich stelle mich beim Fischen nicht sonderlich geschickt an. Versenkte Köder, ineffiziente Knoten und verhedderte Angelschnüre gehören bei mir zu den Klassikern. Dazu kommen noch eine deprimierende Fangquoten und einen Sohn, der es nicht versteht, wie man einem Hobby mit so viel Elan und so wenig Ehrgeiz nachgehen kann. Dabei finde ich es besonders entspannend, wenn ich Mal etwas machen darf, das nicht ergebnisorientiert ist. In meiner Freizeit leiste ich mir diesen Luxus. Beim Angeln ist es mir bisher um die Sache an sich und nicht um den Erfolg gegangen. Natürlich freue ich mich, wenn ein Fisch anbeisst. Aber wenn…