Geschichte des Schulfilms

Schulfilmbewegung

Thomas Alva Edison begutachtet einen Filmstreifen.
Thomas Alva Edison (1847- 1931) war einer der ersten, der die Nutzung des Films als Bildungsmedium wissenschaftlich untersuchte. Sein Ziel war das Ersetzten des Mediums Buch durch das Medium Film – eine Utopie wie wir heute wissen.

Wie man Filme zu Unterrichtszwecken einsetzten kann, hat als einer der ersten Thomas Alva Edison untersucht. Ab 1906 betrieb der berühmte US-amerikanische Erfinder ein eigens dafür eingerichtetes Labor. Hier wurde die didaktische Tauglichkeit von Filmen an Testschülern ausprobierte. Edison schwebte nichts geringeres vor, als das Ersetzten des Medium Buch durch das Medium Film. (1) Was sich schon bald als Utopie entpuppte soll heute, fast 100 Jahre später erneut versucht werden. Diesmal treten die digitalen Medien gegen die Printerzeugnisse an und die Protagonisten der digitalen Revolution glauben an den Erfolg. In den 1990er Jahren sollten die digitalen Medien sogar den Präsenzunterricht in der Schule ersetzten, was eine Illusion war und bei Lehrern zu Ängsten führte, die immer noch nachschwingen. Lehrer stehen grundsätzlich in Konkurrenz zu den Medien, die sie einsetzten. Das führt dazu, dass Vorbehalte gegen neue Medien, in Lehrerkreisen Tradition haben. Als der deutsche Theologe und Kinoreformer Adolf Sellmann 1914 zum Thema Film schwärmte, „es gibt keinen besseren Lehrer“, war das den Pädagogen suspekt. Sellmann beschwichtigte, dass der Film auf keinen Fall die Lehrperson konkurrenzieren dürfe. Deswegen sollten Filme für den schulischen Bereich nicht selbsterklärend sein, sondern nur mit dem Lehrer als Mittler funktionieren. (2) Zwei Schweizer Schulfilmpioniere nahmen sich dieser Idee des „reinen“ Lehrfilms an und gestalteten in den 1920er Jahren an die 200 dokumentarische Schulfilme nach ihren strengen methodisch-didaktischen Grundsätzen. Der Leiter der Basler Lehrfilmstelle Gottlieb Imhof und der Leiter der Schweizerischen Arbeitsstelle für Unterrichtskinematographie (SAFU) Ernst Rüst erlangten mit ihren Schulfilm-Konzepten internationales Renommee. (2) Ihrer Meinung nach sollte sich der Schulfilm grundsätzlich vom Infotainment und Entertainment der Kinofilme unterscheiden und entsprechend des Lehrplans und der zeitlichen Beschränkung von Schulstunden auf den Unterricht massgeschneidert werden. Lehrfilme der kommerziellen Anbieter Eastman (USA) und Pathé (Frankreich) waren den Schulfilmpuristen Rüst und Imhof zu wenig didaktisiert. Solche Filme wurden von ihnen gekürzt und um geschnitten. Mit der Ernennung von Rüst zum Professor der Photographie an der Eidgenössischen technischen Hochschule Zürich (ETH), besass die SAFU die Infrastruktur nicht nur vorhandenes Filmmaterial zu bearbeiten, sondern in Eigenregie Lehrfilme herzustellen. Rüst prägte dafür den Begriff Unterrichtsfilm und schuf so ein Genre, dass man vor allem als Züricher Bildungsinnovation bezeichnen kann. (3) Rüst benötigte für die Unterrichtsfilmherstellung einen Lehrer, der für die pädagogisch-didaktischen Belange zuständig war, einen Experten, der sich um die fachliche Richtigkeit des Inhalts kümmerte und einen Techniker, der die Filmaufnahmen und den Schnitt besorgte. Letzteres wurde zusammen mit dem Lehrer getan. Der Techniker sollte sich weder um Filmsprache, noch um schöne Bilder sorgen, sondern die Dinge, rein sachlich darstellen. Sein Mitwirken wurde nicht als Kreativ betrachtet und eine Erwähnung im Abspann war nicht vorgesehen. Um die Kosten für die Filmproduktionen im Rahmen zu halten, wurden alle Mitwirkenden auf ehrenamtlicher Basis verpflichtet. Mit einem Jahresumsatz von wenigen tausend Franken konnte die SAFU auf diese Weise konkurrenzlos billig produzieren. In der filmpädagogischen Konzeption stand Rüst der Anschauungspädagogik von Johann Heinrich Pestalozzi (1746-1826) nah, welche wiederrum auf Aristoteles zurück ging. Inspiriert vom griechischen Philosophen, sah der Schweizer Pädagoge Pestalozzi in der Sinneswahrnehmung die Grundlage der Erkenntnis. Davon ausgehend, gegliederte Pestalozzi den Lernprozess in drei Stufen: Am Anfang stand, laut Pestalozzi die unmittelbare Anschauung und die Benennung des Gesehenen. Als zweites kam die intellektuelle Verarbeitung der Beobachtung unter Anleitung einer Lehrperson. An dritter Stelle wurden die gewonnen Erkenntnisse in eigen Worten formuliert und es konnte eine Wissenssicherung stattfinden. (4) Rüst und Imhof setzten Pestalozzis „ABC der Anschauung“ konsequenter um, als ihre europäischen Kollegen. Entsprechend des pädagogischen Konzeptes nahm die Visionierung des Films nur wenig Zeit in Anspruch und der Auseinandersetzung mit dem Inhalt wurde viel Raum gegeben. Mit dem Lehrfilmprojekt,„Die Lachmöwe“ schuf Rüst einen Beispielfilm und eine Anleitung zur Musterlektion, die er 1931 mit Erfolg am Wiener Lehrfilmkongress vorstellen konnte. Entsprechend seiner Grundsätze hatte Rüst auf filmästhetische Elemente verzichtet. Zu Rüst Filmsprache schreibt die Filmwissenschaftlerin Anita Gertiser:

„Die gefilmten Objekte wurden zentral im Bild platziert und möglichst statisch und in langen Einstellungen aufgenommen. Alles Filmästhetische war verpönt, weder Zwischenschnitte, Kamerabewegungen, Montage noch Mise-en-scène waren erlaubt, denn sie verfälschten, so die Schweizer Filmpädagogen, die wahren Begebenheiten. Was nicht direkt mit dem Thema zu tun hatte, war wegzulassen. Die strikten formalen Vorgaben lassen viele Unterrichtsfilme eigentümlich und monoton wirken: Die Kamera war statisch und objektzentriert zu fuhren, und die Beleuchtung verzichtete ganz auf das Wechselspiel von Licht und Schatten. Sie hatte einzig die Aufgabe, die Objekte möglichst klar und gut erkennbar zu präsentieren. Schattierungen oder gar eine Modellierung durch Licht und Dunkel wurde vermieden. Hinzu kamen stilistische Einschränkungen zugunsten von Allein die aufgenommen Objekte sollten Aufmerksamkeit erregen und durch ihre Bewegungen das filmische Erlebnis evozieren.“ (5)

Rüsts methodische Hinweise zum Film zeigen, wie stark die Lehrperson die Filmrezeption und den Lernprozess lenkte. Auch in der Zeit des Tonfilms, setzte Rüst auf das Konzept des Stummfilms, weil hier die Rolle des Lehrers als Erklärer und damit als Wissensautorität unabdingbar war. Um diese Autorität nicht zu untergraben, verzichtete er weitgehend auf erklärende Zwischentitel. Rüsts Stummfilm-Paradigma wurde noch bis 1970 aufrecht gehalten. (6) Tonfilmmaterial, wie der Verkehrserziehungsfilm „Fünf Minuten vor Zwölf“ wurden kurzerhand so geschnitten, dass sie als Stummfilme, mehr schlecht als recht, funktionierten. (7) Der ideale Unterrichtsfilm war laut Rüst der Ringfilm, Filmstreifen von wenigen Metern, deren Enden man zusammengeklebt hatte. Mit dieser Technik liessen sich Endlosfilme produzieren, die sich zum Studium von Bewegungsabläufen eigneten. Zusammen mit dem Nobelpreisträger und Universitätsprofessor Walter Rudolf Hess produzierte die SAFU 1931 den drei Meter langen Ringfilm, Herzschlag. (8) Insgesamt 21 Filme wurden in der Ära Rüst gedreht. Der Grossteil der Filmsammlung der SAFU bestand aber aus Ankäufen und Schenkungen. (9) Neben der Filmarbeit bemühte sich Rüst auch um die Entwicklung eines Klassifikationsmodells für Filme, dass auf den Vorarbeiten des Leiters der Sächsischen Landesbildstelle Dresden, Fritz Schimmer basierte. (10) Dieses Modell war, auch im Kontext der damaligen Zeit lückenhaft. In ihm kam aber zum Ausdruck, dass Rüst bei Bildungsfilmen zwischen Kultur- und Unterrichtsfilm unterschied. Der Kulturfilm, so Rüst, war für ein erwachsenes Publikum gedacht und somit nicht für Kinder und Jugendliche geeignet. Die benötigten, nach der Ansicht von Rüst, altersgerecht aufbereitete Filme. Eine Meinung die auch Gottlieb Imhof vertrat. Der Leiter der Basler Lehrfilmstelle, hatte das filmische Entwicklungsland Schweiz zu einer Drehscheibe des internationalen Lehrfilms gemacht und war an der Seite von Ernst Rüst ein Protagonist des Schweizer Lehrfilmstreits. Der Berner Hermann Hartmann und sein Sohn Milton Ray Hartmann, ebenfalls Pioniere des Schweizer Lehrfilms, waren ihre Gegner und von der Idee des „reinen Unterrichtsfilms“ nicht zu überzeugen. Im Gegensatz zu Rüst und Imhof promoteten sie den allgemeinen Lehr- und Kulturfilm. Institutionell waren sie eng mit der, 1921 gegründeten Genossenschaft „Schweizer Schul- und Volkskino“ (SSVK) verbunden. Gemäss der Broschüre „Was wollen wir?“, die im Gründungsjahr erschien, war das SSVK den grossen pädagogischen Reformern und ihrem Kampf gegen die „Abstraktion der Unterrichtsmaterie“ verpflichtet. In diesem Sinne lag ein Schwerpunkt der SSVK im Aufbau eines Leiharchivs für Schul- und Volksfilme. Da die Genossenschaft keine öffentliche Unterstützung bekam, suchte man sich in der Wirtschaft finanzstarke Partner. So gehörten, neben den gemeinnützigen pädagogischen Aufgaben, auch die Produktionen von Auftragsfilmen zum Leistungskatalog. Hartmann Senior war ehemaliger Direktor des Verkehrsvereins Berner Oberland und sorgt für einen hohen Anteil an Tourismusfilmen in der SSVK-Sammlung. Mit schönen Landschaften wollte Hermann Hartmann Vaterlandsliebe wecken und mit lehrreichen Fertigungsprozessen die Wirtschaftsinteressen fördern. Hartmanns Filmkonzept sah eine gute Mischung aus Belehrung, Unterhaltung und dezenten Werbebotschaften vor. Unternehmen, Verbände und Institutionen nutzten dieses Angebot. So wurden zum Beispiel Filme für das Schweizerische Rote Kreuz und die Milchwirtschaft produziert. Projektoren und Filme vermietete die SSVK an die Schulen. Für die ländlichen Gebiete wurden Wandervorstellungen organisiert und auch im Eventbereich verdiente man mit der Organisation von verschiedenen Grossanlässen Geld. Das war bei der chronisch knappen Finanzlage der Genossenschaft auch dringend nötig. Imhof, Rüst und anderen Zeitgenossen war diese Wirtschaftsnähe nicht geheuer. Sie warfen dem SSVK vor, dass die Bezeichnung „Schulkino“ nur ein Vorwand war, um die Jugendlichen als Zielgruppe für Werbung zu missbrauchen. Rüst sah in der bunten Filmsammlung der Hartmanns die Idee des „reinen Unterrichtsfilms“ gefährdet und Gottlieb Imhof erkannte in den umtriebigen Bernern eine wirtschaftliche Gefahr für die Basler Lehrfilmstelle, welche die erste und lange Zeit auch die einzige öffentlich finanzierte Organisation in dem Bereich war. Gegenstand des Lehrfilmstreites waren also nicht nur unterschiedliche medienpädagogische Auffassungen, sondern auch der Kampf um die Vormachtstellung auf dem kleinen Schweizer Lehrfilmmarkt. Ende der 1930er Jahre eskalierte der Streit und musste von der Schweizerischen Filmkammer geschlichtet werden. Als Ergebnis durfte die SSVK keine Filme mehr produzieren und beschränkte sich auf das Verleihgeschäft, wobei die Gebiete dafür genau umrissen wurden, um territoriale Streitigkeiten zukünftig aus zu schliessen. Bis dahin wurden von der SSVK und deren Partnern zahlreiche Filmprojekte realisiert. Bekannt geworden sind die Volksaufklärungsfilme des SSVK-Mannes Jean Brocher, der sich Themen aus dem Bereich Gesundheit und Soziales annahm. Auch die populärwissenschaftlichen Filme des SSVK-Kameramannes, Regisseurs und Produzenten August Kern blieben nachhaltig in Erinnerung. Sein Film, „Die Geheimnisse der Kalmückensteppe“ (1923) war der erste Grosskulturfilm der Schweiz und der Film „Geheimnis Leben“ (1966) hatte lange Zeit Modellcharakter für andere Tierfilme. Im Gegensatz zu den hölzernen Unterrichtsfilmen Ernst Rüsts, zeigten Kerns Filme einen gelungenen Mix aus Wissensvermittlung, erzählerischen Elementen und Filmästhetik. Der SSVK-Fachmann für den Auftragsfilm war Conrad Arthur Schlaepfer, der mit seiner Firma Pro-Film an die 200 Filme realisierte. Die drei Filmemacher waren ehemalige Mitarbeiter des SSVK und blieben während ihres Filmschaffens wichtige Partner der Genossenschaft. Die Filmsammlung der SSVK war schon Ende der 1920er Jahre mit 300 000 Metern umfangreich. Die hochexplosiven 35mm-Nitratfilme wurden aber Opfer eines Feuers und lösten sich, in einer gewaltigen Detonation in Luft auf. Durch Spenden konnte das SSVK vor dem Konkurs bewahrt werden. In den Jahren nach dem Brand stellte die SSVK auf den ungefährlicheren und besser zu handhabbaren 16mm-Film und später auf den Tonfilm um. (11) Für die Protagonisten der Schulfilmbewegung in Deutschland waren solch technische Fragen sehr zentral. Horst Rubrecht schrieb 1959 in seiner Dissertation „Die Phasenentwicklung der Schulfilmbewegung in Deutschland“: „Die Bedeutung, die in jenen Tagen den technischen Fragen eingeräumt wurde, darf als übertrieben angesehen werden.“ (12) Allerdings bemerkt Hanne Walberg in ihrer Dissertation „Filmbildung im Zeichen des Fremden“ (13) richtig, dass die Beschäftigung mit der Wiedergabetechnik zu nachhaltigen Ergebnissen führte. Die Verbreitung des 16mm-Formates und einfach zu bedienende Vorführgeräte waren ein wesentlicher Erfolgsfaktor für den Schulfilm. Ansonsten ging es auch in Deutschland um die Organisation des Verleihs über Bildstellen. Weiter war die Auswahl geeigneter Filme ein zentrales Anliegen der Schulfilmer. Hier war die Expertise von Professor Felix Lampe zwingend. Der Leiter Berliner Bildstelle prüfte an die 3200 Filme. 2700 Filme davon bekamen den sogenannten „Lampe-Schein“ und wurden somit für den Unterrichtseinsatz zertifiziert. Eine Anbindung an pädagogische Theorien gab es in Deutschland eher nicht. Das Ziel des Schulfilms war die effiziente Stoffvermittlung. Dabei glaubte man, wie die Kinoreformer, an die Wirkungsmächtigkeit des Mediums und an die Planbarkeit der Filmwirkung. Die Lernenden waren Objekte filmpädagogischer Massnahmen und galten als manipulierbar. Diese Sichtweise ermöglichte ein nahtloses Aufgehen der deutschen Schulfilmpädagogik in die Pädagogik des NS-Staates. (14)

Porträt von Gottlieb Imhof
Gottlieb Imhof (1875-1960) war Leiter der Lehrfilmstelle Basel-Stadt und macht die Schweiz zu einer Drehscheibe des internationalen Lehrfilms. Dank seines Engagements war Basel der erste Kanton, der das neue Medium systematisch an Schulen einführte. Imhof stolperte über Unregelmässigkeiten in seinen Steuerabrechnungen und musste von heute auf Morgen zurücktreten. Mit Imhofs Abgang verlor die Schweiz ihren internationalen Einfluss.
Porträt Ernst Rüst
Ernst Rüst (1878-1956) war der Erfinder des Unterrichtsfilms und ein Verfechter des reinen Lehrfilms. Er studierte zwischen 1898 und 1901 an der ETH Naturwissenschaften mit chemisch-physikalischer Richtung. Doktoriert hat er an der Universität Zürich. 1928 wurde Rüst an der ETH zum ausserordentlichen Professor ernannt.
Szenenbild aus dem Film "Die Lachmöwe"
Die Lachmöwe CH 1930: In dem Film werden konsequent und exemplarisch die Grundsätze von Ernst Rüst umgesetzt: Lange und statische Einstellung ermöglichen das Beobachten der Tiere. Continuityfehler werden zu Gunsten einer didaktische Gliederung in Kauf genommen. So sind in einer Einstellung alle Kücken geschlüpft und in der nächsten die Eier wieder geschlossen. Nichts ablenkendes ist im Bild. Die Umgebung, das Uznacher Ried, wird nur am Schluss, in einer Totalen gezeigt.
Szenenbild aus dem Film "Wie entsteht ein Tisch"
Wie entsteht ein Tisch CH 1932: Dieser Film ist Teil der Serie, „Von der Tanne zum Tisch“ und stammt von Ernst Bühler. Der Mitarbeiter von Ernst Rüst baute auf ein Konzept, dass noch
heute, zum Beispiel in der ARD-Produktion „Wissen macht Ah“ eingesetzt wird: Eine unwissende Identifikationsfigur wendet sich mit einer Frage, stellvertretend für die Zuschauer, an eine Fachperson. Hier fragt sich ein kleiner Junge, wie man einen Tisch zimmert und lässt es sich vom Vater zeigen.
Fünf vor Zwölf CH 1953: Bis in die 1970er Jahre waren die SAFU-Film entsprechend der Rüst-Grundsätze stumm. Selbst gut gemachte Tonfilme hatten dort keine Chance. Ein Beispiel ist der Verkehrsicherheitsfilm, mit dem bekannten Schweizer Schauspieler Ruedi Walter. Der Film lebte von einer witzigen Interaktion zwischen Off-Stimme und Protagonist. Die SAFU arbeitete den Film zum humorfreien Stummfilm um. Ohne den Kontext des Tons wirken die Handlungen der Darsteller merkwürdig.
SSVK-Gründer Milton Ray Hartmann: Kämpfer gegen die Abstraktion der Unterrichtsmaterie: „Die ganze Welt in unübertrefflicher Anschaulichkeit und Klarheit in die Schulstuben und an die verschiedenen Schaustellen des Volkes tragen.“
Titelbild der Monatsschrift: Junge im Matrosenanzug
Monatsschrift des SSVK Die Wirtschaftsnähe des Berner Milton Ray Hartmann, war den Basler und Züricher Schulfilmern suspekt.
 SSVK-Gründer Hartmann mit Kamera in der Tartarensteppe
Der SSVK-Gründer Hartmann in der Tartarensteppe: Hartmann und Kern dokumentierten 1922 die Hungerhilfe-Expedition des Schweizerischen Roten Kreuz in Südrussland. Kern blieb bis 1923 und realisierten den ersten Grosskulturfilm der Schweiz: „Die Geheimnisse der Kalmückensteppe“
Archivmitarbeiter und Regale mit Filmrollen
Das Berner SSVK-Archiv mit 16-mmm-Filmrollen im Jahr 1956: 1929 explodierte das erste SSVK-Lager. Die hochgefährlichen 35-mm-Nitratfilme wurden danach durch die ungefährlichen und besser zu handhabenden 16-mm-Filme ersetzt. Das SSVK hatte lange Zeit das grösste Angebot an inn- und ausländischen Filmen und war über ein halbes Jahrhundert lang der wichtigste, nichtkommerzielle Filmverleih.
Porträt: Professor Felix Lampe
Professor Felix Lampe war von 1919 bis 1931 Leiter der Berliner Bildstelle und prüfte an die 3200 Filme.

Quellenangaben

  • (1) Vgl. Reichert, R. (2007): Im Kino der Humanwissenschaften. [transcript], Bielefeld, S.125
  • (2) Vgl. Gertiser, A. (2006): http://www.medienheft.ch/dossier/bibliothek/d 26_GertiserAnita.html, Zugriff am 11.06.2012
  • (3) Vgl. Gertiser, A. (2011): Schul- und Lehrfilme. In: Schaufenster Schweiz. Dokumentarische Gebrauchsfilme 1896 – 1964, Limmat Verlag, Zürich, S.453
  • (4) Vgl. Gertiser, A. (2011): Schul- und Lehrfilme. In: Schaufenster Schweiz.Dokumentarische Gebrauchsfilme 1896 – 1964, Limmat Verlag, Zürich, S.452-456
  • (5) Vgl. Gertiser, A. (2011): Schul- und Lehrfilme. In: Schaufenster Schweiz. Dokumentarische Gebrauchsfilme 1896 – 1964, Limmat Verlag, Zürich, S.457
  • (6) Vgl. Gertiser, A. (2011): Schul- und Lehrfilme. In: Schaufenster Schweiz. Dokumentarische Gebrauchsfilme 1896 – 1964, Limmat Verlag, Zürich, S.468
  • (7) Vgl. Gertiser, A. (2011): Schul- und Lehrfilme. In: Schaufenster Schweiz. Dokumentarische Gebrauchsfilme 1896 – 1964, Limmat Verlag, Zürich, S.468 – 469
  • (8) Vgl. Gertiser, A. (2011): Schul- und Lehrfilme. In: Schaufenster Schweiz. Dokumentarische Gebrauchsfilme 1896 – 1964, Limmat Verlag, Zürich, S.463
  • (9) Vgl. Gertiser, A. (2011): Schul- und Lehrfilme. In: Schaufenster Schweiz. Dokumentarische Gebrauchsfilme 1896 – 1964, Limmat Verlag, Zürich, S.467
  • (10) Vgl. Gertiser, A. (2011): Schul- und Lehrfilme. In: Schaufenster Schweiz. Dokumentarische Gebrauchsfilme 1896 – 1964, Limmat, Verlag, Zürich, S.463
  • (11) Vgl. Gertiser, A. (2011): Schul- und Lehrfilme. In: Schaufenster Schweiz. Dokumentarische Gebrauchsfilme 1896 – 1964, Limmat Verlag, Zürich, S.399-431
  • (12) Vgl. Ruprecht, H. (1959): Die Phasenentwicklung der Schulfilmbewegung in Deutschland, München
  • (13) Vgl. Walberg, H. (2011): Film-Bildung im Zeichen des Fremden. [transcript], Bielefeld, S.36
  • (14) Vgl. Schorb,B. (1995): Medienalltag und Handeln. Medienpädagogik im Spiegel von Geschichte. Leske und Budrich, Opladen

Nächstes Kapitel: Krieg und NS-Propaganda

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