Benzinbad bei AVIA

In all den Jahrzehnten, die ich mit dem Motorrad unterwegs bin, habe ich schon an vielen Orten getankt. Von London bis Jakarta und von Tanger bis Istanbul war das meist ein problemloser Vorgang. Na ja, bis auf zwei Mal. Bei dem einen Tankstellenbesuch wäre ich um ein Haar ertrunken und bei dem anderen habe ich ein unfreiwilliges Benzinbad genommen.

Tanken in Libyen 1991:
Meist ein problemloser Vorgang

Das mit dem Ertrinken war in Marokko. Der Regen im hohen Atlas kann dort sehr tückisch sein, vor allem wenn der Boden so knochentrocken ist, dass er keine grossen Mengen an Flüssigkeit aufnehmen kann. Ist das der Fall, fliessen die Wassermassen ungebremst ins Tal. Wer dann am Fusse der Berge tankt, sollte unbedingt den Tankwart im Auge behalten. Klettert der panisch auf das Dach seines Häuschens, gibt es keinen Grund lange über die Beweggründe des Mannes nachzudenken. Dann heisst es nämlich den Tankvorgang abbrechen und Mensch und Maschine in Sicherheit bringen. Vor allem, wenn die Tankstelle in einer Senke liegt. Aber von diesem Tankabenteuer, bei dem eine Tankstelle innert Minuten in einem trüben See verschwand, möchte ich ein andermal berichten. Hier geht es um mein aktuelles Tank-Bade-Erlebnis.

Marokko:
Regen auf trocken Boden kann sehr tückisch sein

Wer eine Royal Enfield fährt, weiss, dass die Befüllung des Tanks nicht ganz trivial ist. Es braucht etwas Fingerspitzengefühl damit der Kraftstoff dorthin gelangt, wo er hin soll. Bei einer normalen Zapfpistole ist das durchaus machbar. Wenn die Zapfpistole aber grosse Mengen Kraftstoff mit erhöhtem Druck befördert, kann das Tanken ziemlich unangenehm werden. Diese Erfahrung mache ich an einer AVIA Tankstelle. Meine Finger berühren nur kurz den Hebel und schon schiessen mehre Liter Treibstoff in denn Tank, spritzen von dort hoch und ergiessen sich über mich, meine Kleidung und meine Maschine. Ich bin mit Benzin durchtränkt und denke: „Jetzt nur keinem Raucher begegnen, sonst werde ich zur lebenden Fackel.“ Die Flüssigkeit schafft es sogar durch meine gute englische Wachsjacke und die hat bisher alle Regentropfen abperlen lassen. Nach Benzin stinkend und vom Treibstoff triefend nass, gehe ich in das Tankstellengebäude.

Royal Enfield Classic:
Tankbefüllung nicht trivial.

Mit Leuten, die an Tankstellen arbeiten, verbindet mich eine eigenartige Solidarität. Das hat wohl mit dem Arbeitsamt zu tun. Dort absolvierte ich am Ende meiner Schulzeit einen Eignungstest und nach der Auswertung verkündete mir ein freundlicher Berufsberater, dass ich der geborene Tankwart sei. Tankstellen fand ich aber nicht nur aus architektonischen Gründen trostlos. Der Gedanke für den Rest meines Lebens Zigaretten und Schokoladenriegel zu verkaufen und den ganzen Tag zwischen Benzingestank und Abgasen zu verbringen, war noch trostloser. Ich lehnte also dankend ab. Aber jedesmal, wenn ich tanken gehe und vor einem Tankstellenmitarbeiter stehe, denke ich: „Das hätte auch mein Schicksal sein können.“

Eigenartige Solidarität:
Das hätte auch mein Schicksal sein können

Der Tankstellenmitarbeiter, der sich hinter einer Theke voller Süsswaren befindet, hat also mein volles Wohlwollen. Naserümpfend nimmt er meinen Benzingeruch war. Ich mache ihn darauf aufmerksam, dass die Zapfpistole an Säule Fünf nicht ordnungsgemäss funktioniert und ich deswegen eine Benzindusche abbekommen habe. Er schaut mich an, als hätte er im Zoo ein kurioses Tier entdeckt. Dann fragt er mich, was er denn nun damit zu tun hätte. Wie gesagt, Tankstellenangestellte haben bei mir einen Sonderbonus. Also erkläre ich ihm geduldig: „Die Tanksäule ist defekt, muss als solche gekennzeichnet und bei Gelegenheit repariert werden. Meine Kleidung hat Schaden genommen und muss in die Reinigung, was ein Fall für die Haftpflichtversicherung des Tankstellenbetreibers ist.“

Säule 5:
Ist defekt

Der Mann versucht das Gesagte aufzunehmen, überlegt einen Moment und eröffnet mir dann, dass die Zapfsäule in Ordnung sei, dass ich der einzige bin, der hier ein Problem hat und dass ich am besten erst einmal lernen sollte, wie man richtig tankt. Mein Wohlwollen beginnt zu bröckeln. Ich möchte seinen Chef sprechen, aber mein Anliegen wird mit knappen Worten abgewiesen: „Der ist nicht zu sprechen.“ Ich merke, dass ich robuster auftreten muss und das mache ich auch. Immerhin will sich der Mann jetzt persönlich davon überzeugen, dass ich grundsätzlich in der Lage bin ein Motorrad zu betanken. Das bin ich und ich brauche Benzin. Die nächste Säule funktioniert einwandfrei. Davon überzeugt, dass er es nicht mit einem taktilen Vollidioten zu hat, telefoniert er, um zu erfragen, wie man in einem solchen Fall vorgehen muss. Nach dem Telefonat sagt er, dass er eine gute und eine schlechte Nachricht habe. Die gute: Das Benzin auf meiner Jacke wird mir nicht berechnet. Für die Reinigung der Jacke wird die Tankstelle aber nicht aufkommen. Ich merke, dass ich mich an den Betreiber der Tankstelle wenden muss.

Kundenprüfung:
Taktiler Vollidiot?

Vorher rufe ich noch den örtlichen Polizisten an und frage, woher ich einen Zeugen für meinen benzingetränkten Zustand bekomme und ob es eine Verpflichtung gibt, Tanksäulen zu kennzeichnen, die Motorradfahrern mit entsprechendem Tank zu einem unfreiwilligen Benzinbad verhelfen. Der Beamte erklärt mir freundlich, dass ersteres eine zivilrechtliche Angelegenheit und somit mein Privatproblem ist und letzteres nicht die öffentliche Sicherheit betrifft. Die Polizei kann hier also nicht weiterhelfen. Ich lasse mir den Namen des Polizisten geben und habe so wenigstens einen Zeugen, dass ich mit einem solchen Problem angerufen habe.

Benzingebadete Kunden:
Betrifft nicht die öffentliche Sicherheit

Zuhause hänge ich meine Kleidung zum Lüften vor die Tür. Ich selber befreie ich mich unter der Dusche vom Benzingeruch. Danach befrage ich das Internet. AVIA, so lese ich auf deren Homepage, ist „eine erfolgreiche Schweizer Marke, die jegliche Kundenbedürfnisse zufriedenstellt.“ Das klingt doch vielversprechend denke ich mir und rufe frohen Mutes an. Ein aufgestellter Herr informiert mich, wem die Tankstellen in der Region gehören. So erfahre ich, dass AVIA kein multinationaler Konzern ist, sondern ein Zusammenschluss unabhängiger helvetischer Firmen. Eine dieser Firmen ist Eigner der Tankstelle, an der ich das unfreiwillige Benzinbad genommen habe. Die Webseite der A.H. Meyer & Cie AG verspricht „flache Hierarchien, die es ermöglichen, schnell und flexibel auf Kundenwünsche zu reagieren.“ Auch das klingt ermutigend. Ich wähle die angegebene Nummer und lasse mich mit der für Tankstellen zuständigen Mitarbeiterin verbinden. Die Dame am Telefon wirkt höflich-distanziert. Ich schildere ihr mein Problem und sie erklärt mir resolut, dass all ihre Tanksäulen ordnungsgemäss funktionieren. Ergo, so folgert sie treffsicher, ist das Unglück selbstverschuldet. Ihre Antwort kommt derart prompt, dass man jahrelange Erfahrung im Abwimmeln von lästigen Anrufern erkennen kann. Ich frage mich, wie sie so rasch zu dieser Diagnose kommt und kurz stelle ich mir ein Supercomputer vor, eine künstliche Intelligenz, die innert Sekunden die Funktion aller Tanksäulen überprüft und das Ergebnis den Mitarbeitenden mit blecherner Stimme ins Ohr flüstert. Die A.H. Meyer & Cie AG ist aber ein mittelständisches Unternehmen, also eine Firma ohne Supercomputer. Ich verwerfe den Gedanken und frage die Dame, auf welcher Grundlage sie zu der Annahme komme, dass alle Zapfhähne der Firma perfekt eingestellt sind. Man muss kein Frauenversteher sein um zu spüren, dass ich sie jetzt nerve. Trocken erwidert sie, dass sich ja sonst noch andere Kunden beschweren würden. Ich erkläre ihr, dass mein Motorrad eine Tankform hat, bei der eine schlecht justierte Zapfpistole fatale Folgen haben kann und es eine Weile dauern könnte, bis sich wieder einmal ein Royal Enfield Fahrer an dieser Säule mit Benzin bekleckert. Zu dem müsste das dann ja auch ein sehr beharrlicher Mensch sein, denn es gebe nun noch doch einige Hürden zu überwinden, bevor in ihrem Unternehme das Bewusstsein durchsickere, dass Zapfsäulen auch mal defekt sein könnten. Mein Humor ist wohl nicht ihr Ding. Ich spüre wie Eis aus der Hörmuschel kriecht. Meine Gesprächspartnerin greift nun zur finalen Waffe. Das ultimative Vorgehen, um lästige Menschen wie mich los zu werden. Ich solle doch einen detaillierten Schadensbericht schreiben und sie würde dann das Weitere klären. Normalerweise wäre das der Punkt, an dem ich denken würde: Rutsch mir doch den Buckel runter, ich gehe demnächst wo anders tanken. Aber ich bin Motorradblogger und hier bekomme ich gerade die Steilvorlage für eine schöne Tankstellengeschichte. Also möchte ich wissen, wie es weiter geht. Ich schreibe den Bericht. Professionell antwortet die Dame und bestätigt den Eingang der E-Mail. Man wird sich bei mir melden. Das geschieht dann auch zeitnah. Unkompliziert meldet sich der Leiter der Tankstellen per SMS. In einer freundlichen Nachricht teilt er mir mit, dass er dem technischen Defekt nachgehen wird und bittet um Entschuldigung. Damit ist der Mann der Held dieser Geschichte. Mit einer kurzen, aber adäquaten Reaktion hat er den Ruf von AVIA und der A.H. Meyer & Cie AG gerettet. Ich werde also weiterhin dort tanken und suche nun nach einer Möglichkeit meine gute englische Wachsjacke zu reinigen. Meister Büll, bei dem ich die Jacke erworben habe, erklärt mir aber: „Die Wachsjacke kann man nicht reinigen, sonst ist sie nicht mehr wasserdicht. Wachsjacken kann man nur feucht abwischen und nachwachsen.“ Meine Jacke stinkt immer noch derart penetrant, dass ich sie nicht in geschlossenen Räumen aufhängen kann. Und selbst draussen an der frischen Luft rechne ich jederzeit mit einer spontanen Selbstentzündung. Mit feucht abwischen und neu wachsen wird sich das Problem vorerst nicht lösen lassen. Also recherchiere ich weiter. Beim Herrenausstatter meines Vertrauens, dem alteingesessenen Schweizer Kaufhaus Globus, sagt man mir, dass es in der Schweiz nur einen Mann gegeben hätte, der Wachsjacken neu wachst. Aber man wisse nicht, ob der noch lebe. Die Wachsjacke ist zwar ein klassisches aber dennoch ein antiquiertes Kleidungsstück. In Norddeutschland finde ich endlich einen Spezialisten, der Wachsjacken reinigt und wachst. Wasserdichtigkeit sei in den meisten Fällen danach gegeben, versprechen kann er es aber nicht. Ich scheue den administrativen Aufwand, den ich als Schweizer habe, wenn ich etwas ins Ausland schicke. Das letzte Mal war es meine alte Uhr, die zur Wartung an den Hersteller ging. Bei der Rücksendung bestand der Schweizer Zoll auf eine Edelmetallprüfung. Wer weiss, was denen bei einer Wachsjacke so alles einfällt. Vielleicht das Gutachten eines Baumwollsachverständigen. Einfach wird es mit der Reinigung der Jacke also nicht. Zudem habe ich nur diese Motorradjacke und das Tragen ist definitiv nicht möglich. Ich brauche also schnell eine neue Jacke, denn ohne Schutzkleidung sollte man nicht auf das Kraftrad steigen.

Kultobjekt Wachsjacke:
Reinigung problematisch

Meine Wachsjacke hängt immer noch draussen und nach einer Woche und reichlich Wasser ist der Gestank nicht mehr ganz so stark. Nach zwei Wochen ist der Gestank fast erträglich. Das Wetter ist gut und meine neue Jacke ist mir zu warm. Also beschliesse ich es mit meiner Wachsjacke zu versuchen. Beim Einkaufsbummel treffe ich eine Kollegin. Sie rümpft die Nase und ich zwinkere ihr konspirativ zu. „So ein echter Mann muss nach Schweiss, Motoröl und Benzin riechen“, sage ich und versuche dabei meine Stimme dunkel-maskulin klingen zu lassen. Ihr Gesicht verzieht sich zur Grimasse. Sie belehrt mich, dass ich da was grundsätzlich missverstanden habe in Bezug auf die olfaktorischen Bedürfnisse der Frau. Ich möchte noch fragen, ob dass bei allen Frauen so ist, aber die Kollegin ist schon weiter gegangen. Ich seufze. Zum Süssholzraspeln ist meine Wachsjacke wohl nicht mehr das passende Kleidungsstück. Aber vielleicht fehlt der Kollegin auch die Affinität zu Motorradfahrern. Allerdings bestätigt eine kleine Testreihe bei unterschiedlichen Frauen die Aussage der Kollegin. Trotzdem lässt mir die Sache keine Ruhe. Wochen später wird eine Frau, die in einer Facebook-Gruppe für Altrocker sehr aktiv ist, einen vielversprechenden Post absetzen: „Wer schläft, sündigt nicht und wer vorher sündigt, schläft besser.“ Mit ihren Beiträgen schafft sie es immer wieder den in die Jahre gekommenen Bikern feuchte Träume zu bescheren. Vor dem Einschlafen werde auch ich an die Frau denken. Ich frage mich dann, wieviel Benzingeruch es braucht, um eine Dame mit wilder Biker-Vergangenheit vom Sündigen abzuhalten. Aber vielleicht sollte ihr Lover das besser nicht austesten.  Beim Süssholzraspeln und beim Sündigen ist das Schaumbad dem Benzinbad unbedingt vorzuziehen. Insofern bin ich dank AVIA doch noch zum Frauenversteher geworden – ein bisschen wenigstens.

Olfaktorischen Bedürfnisse der Frau:
Etwas grundsätzlich missverstanden

Nachtrag I: Der Herbst geht

Ich trage sie nochmals, meine geile Wachsjacke. Es ist einer der letzten schönen Tage im Herbst und in ihr fühle ich mich wie ein James Dean der Wechseljahre. Lässig in Daytona Urban Motorradstiefeln schlendere ich durch die Fussgängerzone. Den Helm in der einen Hand und den Kaugummi im anderen Mundwinkel. Es ist einer dieser Momente, wo man sich jung fühlt. Da sehe ich wie eine Bekannte geradewegs auf mich zusteuert. Ganz gegen unsere Gewohnheiten fällt sie mir um den Hals und presst ihre grossen Brüste fest an meinen Körper. Gerne hätte ich jetzt geschrieben ihre warmen, grossen Brüste, aber dummerweise trage ich die Jacke geschlossen. Sei es drum. In der Jacke bin ich so sexy, dass meine Bekannte hier in der Fußgängerzone zu einem leidenschaftlichen Tier wird. Geht doch auch mit Benzingeruch. Aber kaum ist dieser Gedanke gedacht, säuselt sie mir ins Ohr, dass ich unangenehm rieche. Für ein Moment zieht sich mein aufgeplusterteres Ego wieder zurück. Ich habe nun die Möglichkeit klarer zu denken. Vielleicht bin ich ja nicht der Grund für die leidenschaftliche Umarmung. Vielleicht liegt der Grund bei ihr. Also frage ich vorsichtig, ob alles bei ihr OK ist.

„Mir geht es so schlecht“, jammert sie und ich klopfe ihr tröstend auf die Schulter.

„Meine Gürtelrose macht mich fertig“, erklärt sie weiter.

In meinem Hirn rädert es und langsam geben meine Synapsen die Fakten preis. Die Gürtelrose ist eine langwierige und mitunter sehr schmerzhafte Infektionskrankheit. Vor allem ist sie hoch ansteckend. Die innige Umarmung könnte zu einer Infektion bei mir führen. Ich brauche noch ein paar Sekunden, um das ganze Ausmass dieser Erkenntnis zu realisieren. Dann stosse ich sie mit einem spitzen Schrei von mir und mache einen Satz zurück. Verärgert blaffe ich sie an.

„Wieso umarmst du mich mit mit einer ansteckenden Infektionskrankheit? Warum läufst du nicht mit einer Pestklapper durch die Stadt und warnst deine Mitmenschen vor dir?“ (1)

Einen Moment steht meine Bekannte verschreckt vor mir. Dann gibt sie sich pikiert.

„Ich bin nicht mehr ansteckend,“ ruft sie und sagt mir die Meinung.

„Wenn man dich in deinen Motorrad-Outfit sieht, möchte man gar nicht meinen, dass du eine so mysophobische Meme bist.“

Da soll doch mal einer behaupten, dass Alter nicht mit Weisheit einhergeht. Denn aufgrund dieser Begegnung reifen in mir zwei tiefe Wahrheiten.

  1. Eine coole Motorradjacke macht noch lange keinen harten Mann. Das muss wohl irgendwie mit Haltung und inneren Werten zu tun haben.
  2. Ich muss meine Jacke reinigen lassen. Es ist einfach nicht gut, wenn alle Damen, die mir nahekommen, meinen Körpergeruch bemängeln.
Geile Motorradjacke:
Verwandelt keine mysophobische Memme in einen Mann

Nachtrag II: Der Winter ist gekommen

Meine Jacke riecht immer noch nach Benzin. Sie hängt im Keller und jedesmal, wenn ich dort Holz hole, umweht mich der Duft von AVIA. Durch Zufall habe ich erfahren, dass der einzige Wachsjackenspezialist der Schweiz noch lebt. Er ist mittlerweile ein sehr alter Mann. Wacker geht er aber immer noch seiner Tätigkeit nach. Ich werde ihn besuchen und vielleicht darf ich über seine Arbeit berichten. Vor allem wäre es schön, wenn er meine Jacke retten könnte.

Wachsjacke:
James Dean der Wechseljahre

Tankstellengeschichten

Im Jahre 2019 hat http://www.600ccm.info zu einer Blogparade aufgerufen. Es geht um das Thema Tanken. 600ccm fragt: Wo tankt ihr? Wie tankt ihr? Was tankt ihr? Mein Beitrag kommt für eine Teilnahme leider zu spät. Aber bei der Gelegenheit möchte ich hier nochmals auf die spannenden und unterhaltsamen Texte hinweisen. Teilgenommen haben 600ccm, Motorrad-Tour-Online, Mädchenmotorrad, Silencer137, Motorprosa, Vecartec, Blindschleiche, Motorrado.

Tanken & Wachsjacken

Anmerkung

(1) Das ich hier mehr Panik als medizinische Fachkompetenz habe, zeigt unten der Kommentar von U. Schutter.

Comments

  1. hahahaha, Thomas du bist manchmal so herrlich altmodisch. Wer trägt denn heutzutage noch ne Schmalzjacke? Und wer würde diese auch noch als Schutzkleidung akzeptieren? Allerdings als dich die Gürtel Rosi geherzt hat da hat dich die Jacke, getränkt mit der AVIA Lotion, vor schlimmeren bewahrt. Denn wie heißt es in der bekannten AVIA Werbung: AVIA auf Jacke und Hose, der beste Schutz vor Gürtelrose! Nochmal Glück gehabt.
    LIEBEn Gruß vom rüpel

    • Vielen Dank für die Rückmeldung, lieber rudi rüpel.

      Ja, vom Aspekt der Sicherheit ist so eine Wachsjacke eher problematisch. Aber immerhin habe ich Projktoren in der Jacke. Das ist doch schon mal ein Anfang. Aber du hast Recht, manchmal bin ich modisch ein konservativer Geselle.

      Der Werbespruch ist super. Vielleicht können wir deren Werbeagentur ausstechen und das Marketing übernehmen. 😀

      Herzliche Grüsse
      Thomas

      • Hei Thomas, aus eigener Erfahrung kann ich behaupten daß eine gute Schmalzjacke schützt. Vor Wind, vor Regen, vor Sonnenbestrahlung, vor Hitze, vor Insekten, vor aufdringlichen Frauen, ja sogar bei einem Sturz vor Hautabschürfungen. Bin zweimal zu Sturz gekommen und an der Jacke war nix. Die Lederhose hatte bei einem Rutscher übern Asphalt ein Loch an der Innenseite des Kniebereichs. So siehts aus. Allerdings waren die Abflüge bei ca. 45/60 km/h in engen Kurven. Wo auch sonst?
        Heute trage ich ne Cordura im selben Schnitt. Die hat sogar Protektoren, hab ich entfernt, weil die mir wahrscheinlich bei einem Sturz die Knochen brechen würden. Also in Punkto Sicherheit bin ich nun ganz weit vorne, hahahahaha!
        Thomas pass auf dich auf!
        LIEBEn Gruß vom rudi rüpel

  2. Hallo Thomas,
    na das ist ja ein tolles Erlebnis gewesen…… 😉 )))
    Dann bist Du nun ja nicht nur mit allen Wassern gewaschen was das Motorradfahren als solches angeht, sondern hast auch ne Benzinsegnung hinter dir. 🙂 )))) Hmmm, was tun sprach Zeus die Götter sind besoffen, der Olymp spielt verrückt. Ein Benzinkanister kann da helfen, erst in den Kanister tanken u. dann völlig beherrschbar vom Kanister in den Tank umfüllen. Ne Spass beiseite, ich hoffe Du kannst die schöne Jacke retten. Ich hab nen Nachbau deiner Jacke von Germas, die ist aber nicht so ultra kuul u. nur aus Textil. Ja das Tanken einer Bullet (od. Classic) is so ne Sache, ich muss mich da auch immer absolut drauf konzentrieren u. mich verschmelzen in dem Tankritus und der Zapfpistole.
    In dem Sinne Thomas, hab’s nicht so streng in Zukunft u. schee uffbasse beim Tange in Zukunft, gell.
    Das Leben ist ein Spiel u. wir sind nur die Kandidaten…. sacht schon Hape Kerkeling. 😉

    Beste Grüße,
    Edi

    • Herzlichen Dank für Deine Rückmeldung, lieber Edi. Das bringt mich auf eine Buchidee: Zen und die Kunst eine Zapfsäule zu bedienen. 😅 Jackenmässig haben wir einen ähnlichen Geschmack. Das freut mich.

      Liebe Grüsse
      Thomas

  3. Der Beitrag ist sehr amüsant und unterhaltsam!😂 Er enthält aber leider einen schwerwiegenden sachlichen Fehler: Die Gürtelrose ist zwar eine durchaus hochinfektiöse Erkrankung, allerdings nur für jemanden, der noch keine Antikörper gegen das Varizellen-Zoster-Virus entwickelt hat. Derjenige kann durch den Kontakt mit einem Patienten, der an einer Gürtelrose erkrankt ist Windpocken bekommen. Das ist bei einem Erwachsenen sehr unwahrscheinlich, da die Durchseuchung mit Varizellen-Zoster-Virus in der Bevölkerung sehr hoch ist! Eine Gürtelrose dagegen ist nicht übertragbar, d. h. Vom Kontakt mit einem Erkrankten kann man zwar Windpocken, aber niemals eine Gürtelrose bekommen!🤓

    • Herzlichen Dank für den Hinweis. 👍 Da sieht man, dass ich seit 20 Jahre nicht mehr an einem Krankenbett gestanden bin. Das medizinische Fachwissen hat sich weitgehend verflüchtig. Dafür ist die Mysophobie gekommen. 🤢 welch grandiose emotionale und intellektuelle Entwicklung. 😀

      Liebe Grüsse
      Thomas

  4. Hallo Thomas,

    schön und interessant geschrieben, danke!
    Klasse dass du dich um die Behebung des Defektes so nachdrücklich gekümmert hast, ich kann hin und wieder für die Nachsorge derartiger Unzulänglichkeiten auch eine penetrante Obsession entwickeln. Vor 8 Wochen hatte ich im Süden Armeniens ähnliches erlebt: Volltanken durch den unmotivierten, einheimischen Tankwart an einer gebrauchten, importierten Säule mit Betragsausweisung in ‚Schilling‘. Wie ebendiese war auch er ‚in die Jahre gekommen‘, von dem modernen & allzu bepackten Motorrad abgelenkt, und nahm das mit dem Volltanken mehr als wörtlich. Die Zapfpistole schaltete nicht mehr selbst ab, dann waren die Tanks bis Oberkante Tankdeckel voll, der Rest schwappte munter über und lief nach allen Seiten hinunter. Meine Aufregung war für ihn unbegreiflich, einen Lappen zu finden dauerte einige Zeit.
    Bei der GS Adventure ist das Innenleben der Tanks eigentlich so konstruiert, dass nie etwas herausschwappt. Dieser subfontanell spärlich möblierte Kerl aber brachte es fertig. Seither bin ich, 7 Wochen im Iran, beim Tanken übervorsichtig: Nur noch auf dem Seitenständer, dann kann der überflüssige Kraftstoff beim lotrecht wuchten noch in den rechtsseitigen Tank schwappen.

    Ich freue mich schon auf den nächsten Eintrag.

    Sonnige Grüße aus Dubai,
    Mae & Kay

    • Oh je! Ich kann die Aufregung gut nachvollziehen. Aber die Idee mit dem Seitenständer ist genial. Super Tipp! 👍 Ich hoffe ihr hattet eine gute Zeit im Iran. Das Land ist faszinierend. Geniesst die Zeit im wohlig warmen Dubai. Hier ist es ungemütlich kalt. Ich freue mich wieder von euch zu lesen. Euer letzter Bericht stammt aus Griechenland und ist von September. Mae hat dort die schönen Fotos gemacht.

      Herzliche Grüsse und gute Fahrt
      Thomas

  5. Lieber rudi rüpel.

    Dank dir bin ich nun was schlauer, denn ich ich habe nachgelesen, dass Cordura ein Gewebe aus Nylon und geschnittenen Polyamidfasern ist. Damit, so habe ich erfahren, ist es reissfester als normales Nylon. Ja, deine Jacke wird wesentlich sicher als meine sein. Obwohl ich dachte, dass Leder das beste ist. Aber das 60-km/h-Loch, von dem du schreibst macht mich nachdenklich. War es denn eine solide Lederhose? Meinst du, dass das mit dem Rausnehmen der Protektoren war eine gute Idee. Der Ex-Rocker und Sicherheitsexperte meines Vertrauens – Meister Büll – meint, dass der Stoff letztendlich durchscheuert. Wichtig sind dann die Protektoren, die dann über den Asphalt hobeln.

    Ich wünsche eine sichere Fahrt.

    Herzlich
    Thomas

  6. Thomas, es war eine solide Leder Jeans, aus 1A Rindleder, in einem Stück, maßgerfertigt von der Firma Schwabenleder. Ich habe denen damals meine Levis mit der besten Passform zugeschickt und die Hose die ich bekam war ne Levis in Leder. In rotem Leder. War der Hammer! Mit meiner schwarzen Belstaff und in Kombination mit der DIVA die einen großen blanken Alutank, schwarze Seitendeckel, schwarze Bank und einen roten Rahmen hat, waren wir beide TODchic. hahahahaha!
    Und nach dem Sturz wurde aus meiner soliden Lederhose eine sehr solide, denn ich habe dicke schwarze Leder Stücke auf beide Knie Bereiche nähen lassen. Das sah noch schärfer aus, vor allem weil die Hose über dem Oberschenkel leichte Schleifspuren hatte, die dann mit der Zeit dunkel wurden, topp.
    Meine Wachs Belstaff hatte im Po Bereich nur leichte Schleifspuren, nach dem wachsen hat man nix mehr gesehen.
    Ich habe meinen Kampfanzug immer mit Stolz getragen.
    Stolz über meine eigene Dummheit die den Sturz erst möglich machte. hahahahaha! Irgendwann war die Belstaff durch da habe ich mir ne Barbour International gegönnt. Die hat einen noch schöneren Schnitt und die schräge Brusttasche ist sowas von praktisch. Die habe ich immer noch. Leider sind die Marken zu reinen Trend Buden verkommen und darum absolut überteuert.
    Meine neue Jacke macht einen guten Eindruck. Allerdings sitzen die Protektoren zu locker und beim rutschen würden sie sich verdrehen und evtl. auf die Knochen drücken, darum habe ich sie entfernt. Wir wissen doch beide daß wir höchstwahrscheinlich bei geringen Geschwindigkeiten stürzen, wenn überhaupt. Und ich sach dir fürs rutschen reichts. Du darfst nur nicht einschlagen oder getroffen werden, aber dann nützt auch ein Protektor nix mehr. Neulich habe ich bei 1000PS einen guten Kommentar zum Thema gelesen, mal schauen ob ich den finde.
    Ich habs, wenn du der Verlinkung folgst: https://www.youtube.com/watch?v=G87GkPMHobg
    und in den Kommentaren den streetfighter neptun suchst, dann
    stößt du auf den Unfallforscher Brockmann, der betreibt einen Blog und da habe ich diese Seite gefunden:
    https://udv.de/de/fahrzeug/motorrad/todesrisiko-motorradfahren
    Alles in allem habe ich nicht viel neues erfahren, denn ich weiß schon lange, Gevatter Tod fährt immer mit, sitzt bei mir immer hinten drauf sozusagen. Und gerade dies ist der Grund dafür daß ich das Leben so sehr liebe. Fahre nie schneller als dein Schutzengel fliegen kann, gilt nicht für mich!
    Fahr so schnell daß der Tod gar keine Zeit hat auf dumme Gedanken zu kommen, passt besser! hahahahahaha!

    LIEBEn Gruß vom rudi

    • Lieber rudi

      Was für ein ästhetisches Gesamtkonzept! Welch cooles Outfit! Wow, das hätte ich gerne gesehen.

      Danke für den spannenden Link zu dem Unfallforscher.

      Ja, wenn stärkere physikalische Kräfte auf uns einwirken, haben wir als Motorradfahrer keine Chance. Dem sollte man sich immer bewusst sein.

      Herzlich
      Thomas

  7. Habe das wirklich mit Genuß gelesen. Mehr Kompliment für einen Blog geht nicht. Weiter so und vielen Dank. Vielleicht dürfen wir dich ja mal in unseren Podcast einladen.

    • Vielen Dank für die schöne Rückmeldung. Ich fühle mich geehrt. Vor allem, weil ich ein begeisterter BitchnOpi-Hörer bin. Diese Einladung nehme ich doch gerne an.

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