Synchronklappe

Es ist erstaunlich, dass man mit so einem effizienten und simplen Arbeitsinstrument, wie der Synchronklappe so uneffizient arbeiten und so viel falsch machen kann. Richtig eingesetzt ist die Klappe ein Segen und erspart unendlich viel Mühe in der Postproduktion. Fehlerhaft verwendet wird sie zum Fluch. Mit Schrecken erinnere ich mich zum Beispiel, dass die Klappe zu dicht am Ohr der Darstellerin geschlagen wurde und die arme Frau noch stundenlang an einem Tinnitus litt. So ein herzhafter Klappenschlag kann halt richtig laut sein. Ein schwarzer Tag war auch jener, an dem ich entdeckte, dass der einzige brauchbare Durchgang, den wir mit viel Mühe gedreht hatten der war, in der die Filmklappe deutlich sichtbar im Filmbild liegen gelassen wurde. Furchtbar auch die Postproduktion, bei der ich bemerkte, dass die Klappe ständig falsch beschrieben war und entsprechend auch die Ansagen nicht gestimmt haben. Die Folge war die mühsame Frage danach, welche Clips und welche Tonspuren nun zueinander gehören. Alle diese Pannen sind Grund genug sich mit dem Wesen der Synchronklappe näher auseinander zu setzten.

Wie ist eine Klappe aufgebaut und wie funktioniert sie?

Die Synchronklappe besteht aus einer Fläche, die mit den nötigen Filminformationen beschriftet wird und zwei Balken, die durch ein Scharnier miteinander verbunden sind. Schlägt man die Balken gegeneinander entsteht ein Geräusch und die Balken liegen aufeinander. An diesem Punkt können die Film- und Tonclips miteinander synchronisiert werden.

Welche Klappe ist günstig und Zweckmässig?

Am kostengünstigsten ist eine Klappe aus Kunststoff, die mit einem abwischbaren Whiteboardstift beschriftet wird. Es gibt auch Smartphone Apps die eine Synchronklappe simulieren. Im Notfall kann man auch ein Blatt Papier mit den Informationen zur Aufnahme in die Kamera halten und dann zwei harte Gegenstände, zum Beispiel Holzklötze aneinander schlagen.

Wie wird die Klappe beschriftet?

Name der Produktion und der Produktionsfirma

Kameranummer bei mehreren Kameras

Name und Nummer des Films wenn mehrere kleinere Filme produziert werden

Nummer der Szene und des Takes

Evtl. Zusätze wie Pick-ups, Schnapsklappe oder Filter

Datum

MOS oder ST wenn stumm gedreht wird

Wann wird die Klappe geschlagen und was passiert danach?

Die Klappe wird zu Anfang der Aufnahme geschlagen, nach dem die Informationen auf der Klappe laut vorgelesen werden. Das ist wichtig, um reine Tonaufnahmen eindeutig identifizieren zu können. Nach dem Klappenschlag gibt die Regie die Kommandos «Alles auf Anfang» und «Bitte». Dann dürfen nur noch diejenigen sprechen, die das im Film auch sollen. Alle anderen rühren sich nicht und „halten die Klappe“.

Wie wird die Klappe geschlagen?

Die Klappe muss im Bild sein. Am besten fragt man die Kamerafrau oder den Kameramann ob dem so ist. Sind die zu beschäftigt oder zu genervt um zu antworten versucht man es selbst herauszufinden. Hier kann man die Spiegelung des eigenen Gesichts im Objektiv suchen und genau dort wo man den Kopf hingehalten hat, die Klappe positionieren. Wichtig ist es, die Brennweite zu berücksichtigen, den die Klappe muss ganz im Bild sein.

Man schlägt beide Stick zusammen. Dabei berücksichtigt man die Umgebungslautstärke und die Position der Mikrofone. Bei lärmiger Umgebung darf man fest zuschlagen, bei einer ruhigen Innenaufnahme sollte man weniger beherzt vorgehen.

Falls die Klappe nicht im Bild war, muss sie nochmals geschlagen werden. Nach dem Schlag sagt man sofort : „Die zweite Klappe gilt.“

Wurde die Klappe nicht am Anfang geschlagen oder muss eine Kamera während der Aufnahme neu gestartet werden, macht man eine Schlussklappe die mit dieser Bezeichnung angesagt wird.

Wenn die Klappe eine Schnapszahl zeigt, wird eine Schnapsklappe geschlagen. Der- oder diejenige auf den die Klappe geschlagen wird gibt einen aus. Auf die Klappe wird ein Sektglas gemalt und der Zusatz gesagt: „Schnapsklappe auf ….“ Am besten spricht man mit den Verantwortlichen ab, wer die Klappe bekommen soll.

Bei Nahaufnahmen kann man kleinere Klappen verwenden. Wichtig ist es die Ohren der Darstellenden zu schonen. Auch ist es von Vorteil, wenn man deren Nasen nicht einklemmt.

Bei einer Supertotalen, wenn die Klappe viel zu klein im Bild ist, verwendet man sogenannte Westernsticks. Das sind lange Hölzer ohne Tafel, die man laut aufeinander schlägt.

Bei Timecodeklappen muss man unbedingt darauf achten, dass die Uhr auch wirklich läuft.

Quellen

Equipment

Blogbeiträge Film

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