Aus der Mücke einen Elefanten machen

Wie kann man mit einer Royal Enfield Classic gestandene Rocker ausser Gefecht setzen? Die Antwort auf diese Frage ist so simpel wie kurios. Und da ich keine Arztserien schaue wäre mir diese interessante Trivia beinahe entgangen. Wie gut ist da, dass ich verheiratet bin. Denn im Gegensatz zu mir vergnügt sich meine Frau mit den medizinisch-medialen Produkten der Firma ARD Degeto. Seit einiger Zeit gehört dazu die Serie „Praxis mit Meerblick“. Und in Folge Eins spielt das indische Motorrad eine tragende Rolle.

Als mir meine Frau davon berichtete, konnte ich meine Neugierde nicht im Zaum halten. Also habe ich mir dieses hausärztliche Epos angeschaut. Meine Gattin hatte schon Sorge, dass ich sie während der Rezeption mit halb-garer Filmkritik nerve. Sie fürchtete sogar, dass meine despektierliche Haltung gegenüber dem Genre in einen handfesten Kulturpessimismus gipfeln könnte. Aber ihre Befürchtungen waren unbegründet und ich wurde von der Qualität der Produktion angenehm überrascht. Dafür ist nämlich die Firma Real Film in Berlin verantwortlich und die machen keine halben Sachen. Natürlich ist „Praxis mit Meerblick“ keine hohe Filmkunst. Aber die ist mit dieser Produktion auch nicht beabsichtigt. Dafür gibt es sauberes TV-Handwerk. Regie führt der erfahrene Fernsehmann Jan Růžička, ein Profi, der die Sache routiniert durchzieht. Sein Kameramann Gunnar Fuss liefert dazu schöne Bilder. Ich muss gestehen, dass es in dem Film ein paar Einstellungen gibt, bei denen mir regelrecht das Herz aufgeht. Zum Beispiel die, in der die Kamera dicht über dem Boden steht und eine neblige Allee zeigt auf der ein Krankenwagen aus dem Dunst auftaucht – sehr stimmungsvoll.


Bildzitat 1: In der Totalen fährt der Krankenwagen auf die Linse zu. Die Kamera ist dicht über dem Boden platziert. Gestalterisch sehr schön ist die weisse Linie in der Mitte des Bildes. Sie führt das Auge zu dem Fahrzeug, dass aus dem Nebel auftaucht. Der vordere Stamm auf der einen Seite und die Elemente auf der anderen Seite ergeben einen goldenen Schnitt und somit eine ästhetische Bildkomposition.


Die Schauspielerinnen und Schauspieler zeigen bei dieser Produktion keine Oscar-Ambitionen, aber sie machen ihren Job ordentlich. Das Drehbuch stammt von den Adolf-Grimme-Preisträgern Michael Vershinin und Lars Albaum. Albaum bezeichnet sich selbst als Lohnschreiber ohne Tabus und in diesem Drehbuch versucht er seiner Eigenwerbung mit allen Mitteln gerecht zu werden. An diesem Punkt wird es nun für uns Royal-Enfield-Begeisterte spannend. Vor allem eine Frage treibt mich seit diesem Fernseherlebnis um: Wie zum Kuckuck sind die Herrn Albaum und Vershinin auf diese Idee gekommen?  Mit einer indischen Bullet gestandene Rocker ausser Gefecht zu setzen! Eine solche Phantasie muss man erst einmal haben. Ich habe sie nicht. Ich realisiere trockene Instruktionsfilme. Und da ist Tabulosigkeit keine gewünschte Eigenschaft. Zudem ist mir die Lebenswelt von Grimme-Preisträgern absolut fremd. Vor allem wenn einer davon der Ex-Ehemann von Maybritt Illner ist. Da stelle ich mir in meiner kleinbürgerlichen Einfalt ein Leben voller Glamour und Luxus vor. Ein ganz anderes Leben als das eines Mannes, der wie ich mit einer Royal Enfield zur Arbeit fährt. Der so bei Wind und Wetter unterwegs ist, weil er sich kein Auto leistet. Ein Mann, der Filme macht, deren Qualität nicht annähernd mit denen der Herren Albaum und Vershinin mithalten kann. Trotzdem bemühe ich hier mal meine Vorstellungskraft und mutmasse, wie die Royal Enfield Teil des Filmes wurde. Dafür verlege ich die Entstehungsgeschichte aus der glamourösen Umgebung der Grimme-Preisträger in die Berliner Büroräume von Realfilm. Da man im deutschen Film-und Fernsehgeschäft eher sparsam ist, dürften diese Büros wenig glamourös sein. Ich darf also meine Phantasie in einem Rahmen entwickeln, der meiner Lebenswelt nahe liegt. Und so ungefähr stelle ich mir die ganze Sache vor:

Es ist eine Drehbuchbesprechung angesetzt und der Co-Autor Michael Vershinin trifft sich mit einer medizinischen Beraterin. Mit dabei ist die Praktikantin des Produktionsleiters. Die Drei sitzen in einem Raum mit fleckigem Velourboden. Es riecht nach Kaffee, der aus Plastikbechern dampft. Dieser Geruch vermischt sich mit dem Mief des Zimmers. Es sind die Ausdünstungen der unzähligen Sitzungen, die hier schon abgehalten wurden. Der „tabulose Lohnschreiber“ Lars Albaum hat keine Lust auf dieses trostlose Ambiente. Er glänzt durch Abwesenheit und will sich später aus Köln per Videotelefon dazu schalten.


Bildzitat 2: Die erste Einstellung zeigt das Meer und ein diffuses Stück der Insel Rügen. Das Bild etabliert den Ort der Handlung und das Gefühl der Protagonistin am Ende der Welt angekommen zu sein. Das strukturarme und helle Wasser bietet einen guten Kontrast für die Titelanimation. Obwohl das Anfangsbild eher langweilig ist, wird mit einer kurzen Kamerafahrt und einem klug gewählten Dialog ein starker Einstieg geschaffen. Die Protagonistin kann mit wenigen Worten eingeführt werden und die Zuschauenden erfassen sofort das Wesen der Frau. Die Folge zeigt auf diese Weise von Anfang an sauberes TV-Handwerk.


„Ich brauche einen Konflikt“, ruft Co-Autor Vershinin in den Raum, senkt den Kopf und verfällt in stummes Grübeln. Die junge Praktikantin schaut den grossen Meister interessiert an. Alle im Raum schweigen. Es ist ein Schweigen, das die Praktikantin als unangenehm empfindet. Ausserdem kann sie mit der Aussage wenig anfangen. Vorsichtig fragt sie: „Wozu brauchen Sie einen Konflikt?“

Der Autor schaut auf, erst irritiert, aber dann lächelt er milde. „Alle Geschichten brauchen einen Konflikt“ doziert er, „sonst sind sie nicht spannend. Und ohne Konflikt ist es per Definition keine Geschichte.“ Dann führt er weiter aus. „Unsere Protagonistin ist eine bodenständige Ärztin. Das Gegenteil einer Göttin in Weiss. Sie hat sich als alleinerziehende Mutter durchgeschlagen und besitzt keinen Doktortitel. Sie stammt aus einfachen Verhältnissen und musste aufgrund einer Verleumdung ihren Job als Schiffsärztin aufgeben. Nun trifft sie zum ersten Mal auf ihren Gegenspieler, den Antagonisten. Der ist Chefarzt und glaubt er sei ein Gott in Weiss. Ein elitärer Schnösel, der Mediziner ohne Promotion in die Kategorien dumm oder faul einstuft. Und genau hier brauche ich einen Konflikt. Einen Konflikt, der die Beziehung zwischen den beiden Figuren einführt. Etwas, bei der die Protagonistin dem Antagonisten zeigt, wo der Hammer hängt. Ich brauche einen medizinischen Fall, bei dem sich unsere Hauptdarstellerin besser auskennt als der Chefarzt.“

„Vielleicht ein Patient mit einer Tropenkrankheit“, wirft die medizinische Beraterin ein. „Sie war ja vorher Ärztin auf ein Kreuzfahrtschiff.“

Der Autor nickt. „Aber es muss etwas kniffliges sein.“

„Malaria tropica“, schlägt die Beraterin vor. Doch der Autor winkt ab. „Zu banal. Da kommt doch jeder Arzt drauf.“


Bildzitat 3: Gleich zu Beginn der Folge wird die Protagonistin als modisch stilsicher gezeigt. Eine Frau, die beherzt bei Verkehrsunfällen eingreift und resolut die Zügel in die Hand nimmt. Dabei sitzt der Lippenstift stets perfekt. Mit diesem Auftreten und mit den Attributen der alleinerziehenden Mutter, des Singles und der Frau im Männerberuf bietet sie ein geballtes Identifikationspotenzial für die Zielgruppe. Letztendlich wird aber der Blick der Kamera entscheiden, ob die Identifikation gelingen wird oder eben nicht.


Die Beraterin lächelt listig. „Nicht wenn es sich um eine Flughafenmalaria handelt. Da tappen selbst erfahrene Mediziner im Dunkeln.“

„Was ist denn eine Flughafenmalaria?“, fragt die Praktikantin.

„Die Malaria wird durch Anopheles Mücken übertragen und die kommen in den Tropen vor“ erklärt die Beraterin. „Wenn also jemand in den Tropen war und entsprechende Symptome hat, wird jeder Arzt auf Malaria untersuchen. Anders ist das, wenn die Mücke als blinder Passagier in unsere Breitengrade reisst und dann am Flughafen die Krankheit verbreitet. In diesem Fall wird der Arzt bei Malaria-Symptomen an alles möglich denken. Nur nicht an Malaria, denn der Angesteckte war ja nicht in einer entsprechenden Gegend.“

„Das ist gut.“, sagt der Autor und greift frohen Mutes nach dem Kaffee. Doch bevor er einen Schluck nimmt hält er inne und sagt: „Das Ganze hat nur einen Schönheitsfehler. Unsere Geschichte spielt auf der Insel Rügen und dort gibt es keinen internationalen Flughafen.“

„Na, dann ist die Mücke mit einem Schiffscontainer nach Rügen gekommen.“, schlägt die Praktikantin vor und strahlt über das ganze Gesicht.

„Nein.“, wirft die Beraterin ein. „Mücken leben nicht lange genug. Ehe so ein Container in Europa ist, sind die Mücken schon längst gestorben.“

„Aber wer weiss schon wie lang eine Mücke lebt? Die Zielgruppe dieser Serie, weiss es mehrheitlich nicht.“, wirft der Autor ein. Er lächelt, denn die Sache mit der Flughafenmalaria gefällt ihm ausserordentlich gut. Dann werden seine Gesichtszüge wieder ernst.  „Allerdings gibt es auf Rügen auch keinen Containerhafen. Wir brauchen einen Gegenstand, in dem die Mücke nach Rügen gelangt. In diesem Moment meldet sich Michael Vershinins iPad. Per Facetime strahlt ihn der Drehbuchautor Lars Albaum an.


Bildzitat 4: Die erfolgreiche Etablierung des Konfliktes zwischen der Protagonistin als Hausärztin und dem Antagonisten als Chefarzt ist auch eine Frage der Bildsprache. Das Trennende zwischen beiden wird in einer klaren, dunklen Linie visualisiert, die mittig durch das Bild geht. Die Protagonistin, zu deren Attributen Menschlichkeit gehört, leuchtet im warmen Orange. Die Seite des medizinischen Technokraten wird im sterilen Weiss dargestellt. Die Blicke und der rote Lippenstift verraten, dass der Konflikt von einer erotischen Spannung untermalt wird.


„Du bist zu spät“, tadelt ihn Vershinin. „Ich weiss“, beschwichtigt Albaum. „Ich habe mein Moped nicht angetreten bekommen.“ „Du hast ein motorisiertes Zweirad?“ Michael Vershinin stellt sich für einen Moment vor, wie er mit seiner Exfrau Maybrit Illner auf einem Moped durch Berlin fährt, verdrängt dann aber den absurden Gedanken. „Ja, ein Motorrad“, konkretisiert Albaum. „Eine Enfield Bullet aus dem Jahre 1987.“ Albaum hält das Foto eines Motorrads ins Bild, dass eher aus den 1930er Jahren stammen könnte. Vershinin ist von dem schönen Oldtimer angetan. „Und das Ding hat keinen E-Starter“, fragt er. „Das muss man richtig antreten?“  „Ähh, nein … das heisst doch“, druckst Albaum rum. „Aber ich ich hatte heute einen Vortrag an der Uni. Es ist so schönes Sommerwetter in Köln. All die scharfen Studentinnen und Dozentinnen von der Filmhochschule haben vor diesem Café gesessen. Und ich stand mit meiner Bullet davor. Mit so einem Motorrad kann man nicht einfach den E-Starter betätigen. Das muss man lässig antreten. Und den Halbschalenhelm trägt man dabei im John-Wayne-Style offen.“ „Das mit dem Antreten hat dann aber nicht so geklappt“, bohrt Vershinin gnadenlos weiter. „Nicht so optimal.“ gesteht Albaum ein. Seine Stimme klingt verlegen. „Und wenn man einmal mit dem Antreten angefangen hat, kann man doch nicht plötzlich den E-Starter betätigen. Dann merken doch alle, dass das die missglückte Show eines Posers war.“  Vershinin grinst. Die Medizinische Beraterin ist mit ihrem Handy beschäftigt. Und die Praktikantin ist froh, dass sie mit Männern in der Midlifecrisis nur beruflich zu tun hat.

„Wo hast du denn dein Schmuckstück her?“, fragt Vershinin. „Habe ich mir aus Indien kommen lassen“, berichtet Albaum stolz. „Da werden die seit den 1950er Jahren gebaut.“ Vershinin ist wie vom Schlag gerührt. Ihm ist klar, dass heute ein Tag ist an dem ihn die Muse mit feuchten Zungenküssen verwöhnen wird. Und das hier war unvermittelt ein dicker Schmatzer. Der Co-Autor unterhält sich weiter mit seinem Kollegen und möchte etwas über seine Motorradleidenschaft erfahren. Dabei hört er gut zu. Denn das ist eine Eigenschaft von ihm. Menschen, dass was sie sagen, denken und fühlen und die Art wie sie die Welt erleben, sind sein Kapital. Sie sind der Stoff, aus dem er seine Drehbücher macht. Die Gedanken überschlagen sich und in seiner Vorstellung zeichnet sich der Plot ab. Die Anopheles Mücke wird mit einer Enfield Bullet aus Indien nach Rügen kommen und dort nach und nach eine ganze Rockergang mit der Malaria tropica infizieren. Das gibt schöne Bilder im Film mit verschrobenen Typen, die Westen mit lustigen Totenkopf-Stickern tragen. Und weil eine Hausarztserie etwas von einem Bauernschwank hat, inszeniert unser Autor die Jungs als wilde, aber sympathische und von Grund auf freundliche Burschen. Begabte Drehbuchautoren wie Herr Vershinin haben in ihrem Gehirn einen riesigen Karteikasten mit unzähligen Archetypen. In diesem kramt er nun und zaubert innert kurzer Zeit das Psychogramm eines Mannes hervor, der sich heimlich in eine indische Enfield Bullet verliebt.

Ich schreibe das hier so salopp, denn in Wirklichkeit habe ich keine Ahnung wie Herr Vershinin seinen Figuren Leben einhaucht. Das Erschaffen einer Figur ist ein höchst anspruchsvoller Akt, den jeder Autor anders angeht. Wir sehen im Film einzig das Äussere, nämlich das Handeln der Figur vom Anfang bis zum Ende des Films. Aber das ist nur dann glaubwürdig, wenn der Autor eine innere Welt der Figur entwirft. Eine vollständige Biografie von der Geburt bis zur Gegenwart. Er muss ihr emotionales Leben kennen, das was den Charakter formt. Und er muss das körperliche Leben zeichnen, die Grundbedürfnisse, die diese Figur hat und wie sie ihren Charakter durch ihr Handeln zeigt. Als gemeine Fernsehzuschauer sehen wir diese Figuren über den Bildschirm flimmern und merken nur, ob sie glaubwürdig sind oder nicht. Das hinter dieser Glaubwürdigkeit viel Arbeit und grosses Können steckt, erkennen wir nur selten. Wir sehen die Schauspieler und denken, dass sie es gut machen, vielleicht würdigen wir noch die Arbeit des Regisseurs, aber den Beitrag der Drehbuchautoren bemerken wir nicht.


Bildzitat 5: Der Mann mit der Enfield-Bullet-Malaria wird mit einem Tastbefund und einem herzhaften Aua eingeführt. Das geschieht nach dem das erste Filmdrittel vorbei ist. Während es bei einem Spielfilm Haupt- und Nebenhandlungsstränge gibt, sind die Handlungsstränge in einem Episodenfilm, mehr oder weniger gleichberechtigt. In dieser Folge tummeln sich zwei medizinische Fälle, neben den Erzählsträngen rund um die private Situation der Protagonistin. Da geistern eine Unmenge an Personen durch den Film und die dramaturgische Kunst ist es, dass die Geschichten so klar erzählt werden, dass eine Hausfrau beim Bügeln den Überblick behalten kann.


So trivial dieses Fernsehstück auch sein mag. Die Figur desjenigen, der sich und den anderen eine Enfield-Bullet-Malaria verpasst, ist ziemlich gut. Auch wenn es im Film nicht zu Sprache kommt, sieht man einen Mann, der aus den Fängen einer überbehütenden Mutter in den Alkohol und ins Rockermilieu flieht. Dort wird er von seiner Frau gerettet. Einer Frau, die der Mutter ähnlicher ist, als dem Mann lieb sein kann. Sie hält ihn vom Alkohol und den Gefahren der Motorräder fern. Aber ohne Motorrad und Alkohol wird ihm das Leben mit der ängstlich – protektiven Ehefrau zu eng. Der Mann flüchtet in seine Arbeitswelt als Angestellter. Und weil die sehr trocken ist braucht er noch etwas anderes. Er ist ein guter Mann und lässt die Finger vom Alkohol. Aber ein schönes Motorrad und die Treffen mit den Jungs aus dem Motorradclub – das muss sein. Damit sich seine Frau nicht sorgt und weil er sich von ihr genauso schlecht emanzipieren kann wie von seiner Mutter, lässt er sich heimlich ein Motorrad aus Indien kommen. Eine schöne alte Pre-Unit Enfield mit Malaria-Mücke. Die richtet sich im Vereinshaus des Motorradclubs häuslich ein und ernährt sich vom Rockerblut.

Mit den Heimlichkeiten rund um die Enfield Bullet gibt es ein paar nette dramaturgische Kunstgriffe. Der Konflikt zwischen der Protagonistin, also der Hausärztin und ihrem Gegenspieler, dem Krankenhausarzt kann inszeniert werden. Die Hausärztin tippt auf Malaria und zeigt so, dass sie out oft the Box denken kann. Der eingebildete Krankenhausarzt diagnostiziert Alkoholkonsum und wird auf diese Art als medizinischer Technokrat eingeführt. Ein Arzt, der es nicht schafft an das Gute im Menschen zu glauben.


Bildzitat 6: Der heimliche Enfield-Bullet-Liebhaber mit seiner protektiven Ehefrau. Beide haben menschlich gute und schlechte Eigenschaften. Durch die Belichtung der Gesichtshälften mit starkem Hell-Dunkel-Kontrast wird das deutlich. Er sitzt mit seinem Geheimnis im dunkeln Bereich. Der Bilderrahmen am oberen Rand zeigt das die Lüftung seines Geheimnisses, wie ein Damoklesschwert über ihm schwebt. Sie will Licht in die Sache bringen. Symbolisiert wird das durch den hellen Hintergrund. Das Skelett an der Wand symbolisiert ihren Kontrollwunsch. Am liebsten würde sie ihren Ehemann bis auf die Knochen durchleuchten. Ist soviel Bildsprache Zufall oder handelt es sich bei der Frau, die für das Szenenbild zuständig ist, um eine Meisterin ihres Faches. Ich glaube letzteres ist der Fall. Beleuchter und Kameramann sind ebenfalls Meister.


Alles wäre super, wenn jetzt nicht der unvermeidliche Filmfehler kommen würde. Denn in dem Streifen wird zwar von einer Enfield Bullet aus dem Jahr 1987 gesprochen, gezeigt wird aber eine Royal Enfield Classic aus dem Jahre 2016. Für Enfield-Bullet-Puristen ist das ein Sakrileg! Haben die denn beim Film gar keine Ahnung von Motorrädern? Doch bevor wir uns mit dieser existenziellen Frage das Hirn zermartern, lasse ich nochmals meine Phantasie spielen.

Michael Vershinins Idee von der Enfield-Bullet-Malaria wird von Lars Albaum in ein stimmiges Drehbuch gegossen. Herr Růžička der Regisseur blättert nun in diesem Werk. „Eine Malaria Mücke in einem indischen Moped – was für ein Scheiss“, murmelt er. Dann fragt er die Mitarbeiterin aus der Requisite, wie denn so ein indisches Motorrad aussieht. Die zeigt ihm auf dem iPad ein Bild der Pre-Unit. Der Regisseur verzieht das Gesicht. „Das Ding ist ja schwarz und unscheinbar. Wie soll ich da der Oma vorm Fernsehen klar machen, dass sich ein gestandener Mann in so ein popliges Zweirad verliebt? Gibt es das Ding nicht auch in schöner?“ Die Mitarbeiterin aus der Requisite googelt und findet eine Royal Enfield Classic in Chrom. „Die nehmen wir beschliesst der Regisseur und zieht sich so den Zorn des Kameramannes zu. Herr Fuss mault, dass an dem Moped so viel Chrom ist, dass sich darin die gesamte Filmcrew, inklusive Catering spiegeln wird. „Setz mal eine Kiste Mattspray auf`s Budget“, ruft er dem Produktionsleiter zu. Sauber eingesprüht müssten die Spieglungen verschwinden. Vorausgesetzt der Beleuchter macht seine Sache gut. „Geht nicht“, sagt der Produktionsleiter. Er hat die Stimme eines Mannes, der es gewohnt ist, nein zu sagen. „Das Budget ist ausgeschöpft. Da ist keine Luft mehr.“ „Macht nichts“, beschwichtigt Herr Růžička. Als routinierter Regisseur ist er das Atmen im luftleeren Raum gewohnt. „Wir streichen die Moped-Szenen. Sag dem Praktikanten aus der Grafik, er soll so eine Chrom-Enfield freistellen und in ein Bild aus Kalkutta reinkopieren. Im Film zeigen wir das Motorrad nur auf dem Foto und auf einer kurzen Kamerafahrt vor dem Vereinshaus der Rocker. Dann haben wir auch gleich einen Drehort gespart und wieder Luft im Budget.“ Der Produktionsleiter strahlt. Er liebt Regisseure mit dem Sinn fürs Wesentliche. Und das Wesentlichste an einem Film ist nun einmal die Kosten-Gewinnrechnung. Zufrieden ist auch die Mitarbeiterin aus der Requisite. Eine Royal Enfield Classic kann man sicher in der Nähe des Drehorts auftreiben. Das ist viel einfacher als die alte Pre-Unit-Maschine des Lars Albaum von Köln an die Ostsee zu transportieren. Einzig Frau Strömer, die für das Szenenbild zuständig ist, zeigt sich noch nicht überzeugt. „Warum Kalkutta?“, fragt sie. „Das steht doch nicht im Drehbuch?“ „Dann schreiben wir es halt rein“, sagt der Regisseur. „Kalkutta ist der einzige Ort in Indien, den jeder Mensch in Deutschland kennt. Das Moped kommt aus Kalkutta und wird vor allem als Foto im Film gezeigt. Punkt, aus, basta“


Bildzitat 7: Die Royal Enfield Classic in Chrom ist mit all den spiegelnden Flächen ein fahrender Selfie-Automat. Meine Frau hat so ein Ding und anfangs hat mich das beim Fotografieren in den Wahnsinn getrieben. Mittlerweile nutze ich die Spieglungen als Stilmittel. Der Kameramann hier weiss um die Eigenschaften von spiegelndem Chrom. Er platziert das Motorrad weit weg vom Aufnahme Team. Zudem berechnet er den Einfallswinkel der Lichtstrahlen. Der ist gleich dem Ausfallswinkel. Selbst bei maximaler Vergrösserung einer HD-Ausgabe konnte ich kein Filmequipment in der Royal Enfield entdecken. Das hat der Kameramann gut gemacht. Allerdings dümpelt der geliebte Kult-Gegenstand verloren im Bild herum. Da hilft es auch nichts, dass der goldene Schnitt durch das Hinterrad der Enfield führt.


So wird der Film gedreht und ausgestrahlt. Alle sind zufrieden, bis auf die Handvoll Enfield- Enthusiasten, denen eine Royal Enfield Classic aus dem Jahr 2016 als Pre-Unit Fahrzeug verkauft wird. Oma Nolte aus Paderborn merkt das nicht. Sie amüsiert sich, als der malariakranke Bullet-Fahrer der Ärztin sein Geheimnis gesteht.

„Ich habe eine heimliche indische Geliebte. Sie ist etwas jünger als ich. Baujahr 1987. Wollen Sie ein Foto sehen?“

Die Schauspielerin, die die Ärztin mimt, schafft einen Blick, bei dem Oma Nolte sofort eines klar wird. Im Geiste visualisiert die Ärztin eine blutjunge Frau im Sari, die grade eine unsittliche Kamasutrastellung einnimmt. Dann aber zeigt der Malariakranke seine „Geliebte“. Das Foto mit der freigestellten Royal Enfield Classic vor einem Hafenmotiv aus Kalkutta. Die vermeintliche Pre-Unit Maschine. Doch bevor nun aufgebrachte Royal Enfield Fans vor den Sendeanstalten der ARD demonstrieren, Verschwörungstheoretiker von den „Lügen-Medien“ fabulieren und Real Film mit Protestschreiben bombardiert wird, möchte ich zur Besonnenheit aufrufen. Immerhin haben die Drehbuchautoren Lars Albaum und Michael Vershinin die Mitglieder des Motorradclubs so sympathisch und liebenswert gezeichnet, dass wir als Motorradbegeisterte dankbar sein müssen. Denn unser gesellschaftlicher Ruf ist im Rahmen von Lärm- und Umweltdebatten derart angeschlagen, dass wir uns über jede gute PR freuen dürfen. An dieser Stelle möchte ich ich mich bei den Beiden in aller Form dafür bedanken.


Bildzitat 8: Die Protagonistin straft den vermeintlichen Schwerenöter mit einem distanziert-abschätzigen Blick. Der Kameramann wählt eine klassische halbnahe Einstellung. Für die Blickrichtung sind zwei Drittel des Bildes vorgesehen. Das ist wichtig. Würde die Blickrichtung nur ein Drittel des Bildes haben, würde die Protagonistin aus dem Bild hinausschauen und ein Weggucken suggerieren. So aber schaut sie hin. Der rote Vorhang symbolisiert die Gedankenwelt der Protagonistin. Bei den Stichworten «heimliche indische Geliebte» visualisiert sie etwas Amouröses. Die Farbe Rot steht unter anderem für Erotik und Wagnis.


Und was die falsche Pre Unit angeht: Film ist nun einmal Fiktion. Genauso wie die Mutmassungen in diesem Blogbeitrag. Ausserdem handelt es sich doch nur um eine Folge in einer Arztserie. Da wollen wir doch nicht aus einer Mücke einen Elefanten machen. Oder wie es so schön im Titelsong heisst: Das ist nicht das Ende der Welt.


Bildzitat 9: Die Royal Enfield in der einzigen Grossaufnahme. Entweder ist das Foto echt oder eine Fotomontage. Ist letzteres der Fall, dann handelt es sich um eine gute Fotomontage. Bei Fotomontagen ist es wichtig den gleichen Lichteindruck zu erzeugen, die Lichtrichtung zu berücksichtigen, den Schattenwurf zu simulieren, Spiegelungen einzubauen und eine realistische Schärfe-Situation zu schaffen.


Anmerkung

Die Namen der genannten Personen stammen aus dem Vorspann der Episode. Sie finden in dem Text Verwendung, weil diese Leute mit ihrem Namen für die Schaffung dieses Medienproduktes stehen. Die hier beschriebene Handlung und die angedeuteten Charaktereigenschaften sind frei erfunden und wurden diesen Namen willkürlich zugeordnet. Bei dem Text handelt es sich um eine Mediensatire, die mit den Stilmitteln der Übertreibung, Verfremdung und Übersteigerung realisiert wurde. Sie setzt sich kritisch mit dem Zustandekommen des Filmfehlers auseinander und beruft sich auf den Schutz der Kunstfreiheit. Und bei der Kunstfreiheit wird nicht nur die hohe Kunst, sondern auch ein Blogbeitrag wie meiner geschützt. In Deutschland führt das Bundesverfassungsgericht den Kunstbegriff wie folgt aus:

«Das Wesentliche der künstlerischen Betätigung ist die freie schöpferische Gestaltung, in der Eindrücke, Erfahrungen und Erlebnisse des Künstlers durch das Medium einer bestimmten Formensprache zu unmittelbarer Anschauung gebracht werden. Alle künstlerische Tätigkeit ist ein Ineinander von bewussten und unbewussten Vorgängen, die rational nicht aufzulösen sind. Beim künstlerischen Schaffen wirken Intuition, Phantasie und Kunstverstand zusammen; es ist primär nicht Mitteilung, sondern Ausdruck, und zwar unmittelbarer Ausdruck der Persönlichkeit des Künstlers.» BVerfGE 30, 173 (189) Mephisto Roman

Also, da das, was ich in dem Blogbeitrag geschrieben habe, rational nicht aufzulösen ist und ich jetzt auch nicht zu hundert Prozent abschätzen kann, ob in diesem Fall das Recht auf Kunstfreiheit mehr Gewicht hat als das Persönlichkeitsrecht, beabsichtige ich nicht mit Diskussionen zu nerven. Wenn eine der betroffenen Personen ihre Persönlichkeitsrechte beeinträchtigt sieht und seinen oder ihren Namen gelöscht haben will, werde ich das natürlich tun. Machen Sie mir einfach eine kurze E-Mail.

kontakt@derhalbhartemann.com


Bildzitat 10: Die Anopheles Mücke in einer Grossaufnahme. Solche Filmsequenzen sind eine echte Herausforderung, weil die Tiefenschärfe eines Makroobjektives sehr begrenzt ist. Die Mücke darf sich nicht bewegen, um nicht aus dem Schärfe-Bereich zu gelangen. Wäre ich dafür zuständig würde ich die Mücke mit Äther leicht betäuben und sie dann vor die Linse setzen. Das klingt einfach, ist es aber nicht. Denn wenn der Äther überdosiert wird, kippt die Mücke um und ist tot. Eine Möglichkeit besteht darin, Klebstoff auf den Untergrund anzubringen. Dann kann die Mücke nicht mehr raus aus dem Schärfebereich. Und da Mücken anders wahrgenommen werden als Schosshunde, wird es auch keine Beschwerden von Tierschützern geben.


Bei den Screenshots aus dem Film handelt es sich um Bildzitate. Wie im Schweizer Urheberrechtsgesetz (URG) gefordert, dienen diese Bildzitate ausschliesslich der Erläuterung und als Hinweis. Oder sie haben die Funktion der Veranschaulichung. Die Bildzitate sind als Beleg für eine geistige Auseinandersetzung notwendig und erfüllen somit eine zentrale Forderung des deutschen Urheberrechtsgesetz. Im Sinne dieses Gesetztes wurden die Bilder weder bearbeitet, beschnitten oder farblich verändert. Da die Rechtslage bei der Verwendung von Bildzitaten auch für Juristen eine fachliche Herausforderung darstellt, bleibt immer ein Rest von Rechtsunsicherheit. Sollten die Rechte-Inhaber dieser Bilder Zweifel an der rechtmässigen Verwendung der Bildzitate haben, bitte ich um eine E-Mail-Nachricht. Ich bin mir sicher, dass wir schnell eine unkomplizierte Lösung finden.

Neben der Funktion als Mediensatire verfolgt der Blogbeitrag auch medienpädagogische Ziele. Die Lesenden sollen dazu angeregt werden, sich mit den Aspekten der Narration, der Dramaturgie, der Figurenanalyse, der Ästhetik und der Gestaltung auseinanderzusetzen.

Mit dem Blogbeitrag werden keinerlei finanziellen Interessen verfolgt. Der Autor ist Medienpädagoge aus Leidenschaft und von dem unstillbaren Drang getrieben, seinem Umfeld mit seinen medienspezifischen Erkenntnissen auf den Wecker zu gehen.


Bildzitat 11: Die Protagonistin lässt die Anopheles Mücke in Kunstharz giessen und schenkt sie dem Antagonisten. Die Requisite hat hier ein farbiges Kunstharz gewählt. Das hebt sich besser vom Hintergrund ab und erscheint präsenter im Bild. Die Farbe Orange wurde von Goethe noch «gelbroth» genannt. Sie ist eine Signalfarbe. Und hier signalisiert die Protagonistin, dass sie Recht und der Antagonist Unrecht hat. Orange steht im Buddhismus für die höchste Stufe der menschlichen Erleuchtung. Damit wird gezeigt, dass die Protagonistin ein hellerer Kopf ist als es der Antagonist je sein wird. Mit dem Rotanteil im orange wird auch gleich eine erotische Spannung transportiert. Diese Spannung wird sich sicher in den nächsten Folgen etablieren. Ich selbst kenne nur diese eine Folge. Ich muss mal meine Frau fragen, ob das auch wirklich so ist. Damit würde das Serienformat eine wichtige soziale Funktion übernehmen. Nämlich einen Ersatz für den Klatsch über Nachbarn, Bekannte oder Freunde. Über Serienfiguren lässt sich genauso gut klatschen und tratschen. Und Klatsch und Tratsch ist ein wichtiger Beziehungs-Kit.


Der Film in der ARD-Mediathek

Bildnachweise

Titelbild: Bildmontage aus einem freien Agenturbild einer Mücke (Quelle: Articulate Storyline) und der Aufnahme eines Motorradmodells: Royal Enfield Bullett, Baujahr 1938.

Bildzitate 1 – 11: Praxis mit Meerblick – Willkommen auf Rügen, deutscher Fernsehfilm von Jan Ruzicka, Kamera Gunnar Fuss, Drehzeitraum 27.09.2016 – 27.10.2016, Erstausstrahlung: 21. April 2017

Comments

  1. sehr instruktiv und amüsant. hab den link direkt an einen alten kölner bekannten, den tv-produzenten eyk stein, weitergemailt der ihn wiederum an einen dieselenfieldfahrer, den drehbuchautor klaus gieraths geschickt hat.
    es bleibt diue frage, wieso die mücke in oder an einer enfield überleben konnte, wenn dies in einem see-container nicht möglich gewesen sein sollte? die enflield wird ja wohl auch nur in einem container nach rügen gekommen sein können. aber wurscht. ich hab mal versucht, die schnulze zu gucken, aber meine gedanken schweifen ab. schreib doch mal was über mein vorabendprogramm: tüll und tränen (sorry, aber das ist der ewige dekorateur in mir…), wonderful first dates, das perfekte dinner… alles auf VOX. da menschelt’s dermaßen, dass deine tastatur schnell qualmen dürfte. ich bin ein fan deines eleganten stils. der ist leider praktisch ausgestorben. chapeau und grüße vom tristen neiderrhein.

    ps.:
    meine pre-unit wird übrigens grade – hatte ich es nicht mal angedeutet? – einer frischzellenkur unterzogen.

    • Ich freue mich, dass dir der Schreibstil gefällt.

      Ja, in diese abenteuerlichen Bereiche des filmischen Schaffens habe ich mich als Zuschauer noch nicht vorgewagt. Die Dokusoap ist ein mir unbekanntes Genre. Und es wäre ja mal an der Zeit, sich auf dieses TV-Wagnis einzulassen. Ich kenne jemanden, der auf solchen Sets arbeitet. Da scheint es vor und hinter der Kamera zu menscheln.

      Du hattest mir von der Frischzellenkur deiner Pre-Unit erzählt. Ich bin gespannt, was du berichtest, wenn du dann mit ihr dann über die Straßen fegst.

      Herzliche Grüsse an den schönen Niederrhein. (Ich muss mal wieder Hans Dieter Hüsch hören. Der kam ja von dort und war ein Meister der Sprache)

      Thomas

  2. Das war ja genau der richtige Beitrag zum richtigen Zeitpunkt, lieber Thomas! Da ich zz selber fabuliere, wie du weißt, hast du mir tolle Handreichungen für das Ausreizen der Phantasie geliefert. Was kann das «Spinnen» doch für Freude machen!
    Und deine Interpretationen der Standbilder – vom Feinsten! 😄
    Eins braucht man allerdings zum Lesen deiner Texte: Muße und Ruhe. Für ein Überfliegen sind sie viel zu schade!
    Ulla

    • Oh ja, fabulieren macht Spass, liebe Ulla und ich bin auf dein neues Werk sehr gespannt. Ich hoffe du kommst gut voran.

      Ruhe und Musse: Ja, ob ich mit dem Umfang und Art der Texte im genreangemessenen Rahmen eines Blogbeitrags liege ist, diskussionswürdig. 😄

      Herzliche Grüsse
      Thomas

  3. Nickel statt Chrom – die wussten also früher schon wieso vernickelt besser war. Also zumindest für Filmaufnahmen. Wer erinnert sich noch an die 80er Serien in denen die aus den 70ern und 60ern verwendeten Fahrzeuge keine Außenspiegel hatten (da verchromt 😀 )?

    Jetzt fehlen nur noch matte Scheiben. Dann müssen sie bei den TV-Events nicht immer mit offener Seitenscheibe dranstehen wenn mitten im tiefsten Winter das Gespräch von außen nach innen in den Wagen hinein gefilmt werden soll. 😉

    • Danke für den Hinweis, lieber X_FISH. Das mit den Außenspiegeln ist mir nie aufgefallen. 😀 Muss ich mal darauf achten.

      Durch eine Autoscheibe filmen ist aufwendig. Aufgrund des Tons kann das Fenster nicht aufgemacht werden. Um Spieglungen zu kontrollieren baut man eine Art Blackbox bei der man den Lichteinfall lenken kann. Die Kamera wird mit einem Stativ am Auto befestigt. Die Scheiben werden mit ND-Filterfolie präpariert. So reduziert man das Licht, dass durch die anderen Scheiben ins Auto fällt. Das Innenlicht klebt man an die Decke. Mit den LED-Matten ist das relativ easy. Früher hatte man Wannen mit Neonröhren genommen.

      Herzliche Grüsse
      Thomas

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahren Sie mehr darüber, wie Ihre Kommentardaten verarbeitet werden .